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Griechenland als Grund genannt

Die Wahl des Euro-Gruppe-Chefs wird auf Juli verschoben. Am 13. Juli müsse es dann eine Entscheidung geben, denn das Mandat von Amtsinhaber Jeroen Dijsselbloem laufe am 21. Juli aus, berichteten Diplomaten am Mittwoch in Brüssel. Dijsselbloem hatte sich zuletzt dafür starkgemacht und den Schuldenstreit mit Griechenland als Grund genannt.

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„Griechenland erfordert all unsere Aufmerksamkeit“, sagte der niederländische Finanzminister am Mittwoch. Dijsselbloem, der eine wichtige Rolle in den Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern spielt, will weitere zweieinhalb Jahre im Amt bleiben. Allerdings kandidiert auch sein spanischer Amtskollege Luis de Guindos, der die Unterstützung der südlichen Euro-Staaten genießt. Der Sozialdemokrat Dijsselbloem legte eine Blitzkarriere hin. Noch keine 100 Tage war er im Frühjahr 2013 niederländischer Finanzminister und bereits neuer Chef der Euro-Gruppe.

Nach Patzern zu Beginn seiner Amtsperiode wurde er von vielen als unerfahrener Neuling scharf kritisiert. Er hatte auch bis auf ein kurzes Zwischenspiel als Mitarbeiter der sozialdemokratischen Euro-Delegation in Brüssel 1992 kaum europäische Erfahrung gesammelt.

Nüchtern und pragmatisch

Nun wird der 49-Jährige als Chef der Finanzminister der 19 Euro-Länder geschätzt für seine Nüchternheit, seinen Pragmatismus und straffen Führungsstil. Zugleich gilt er als zuvorkommender Gesprächspartner, der auch gut zuhören kann. Dijsselbloem unterstützt den Kurs einer rigorosen Spar- und Reformpolitik.

Im eigenen Land war Dijsselbloem lange ein Mann der zweiten Reihe, obwohl er gut zehn Jahre lang Abgeordneter in Den Haag war. Er war Fraktionssprecher für Bildung, Jugend und Integration. Der Agrarökonom aus Eindhoven ist einer der „roten Ingenieure“ der Erneuerung der holländischen Sozialdemokraten. Er war auch einer der Architekten der Großen Koalition nach der Wahl 2012 mit der rechtsliberalen VVD von Premier Mark Rutte. Der Chefposten der Euro-Gruppe ist für ihn ein Teilzeitjob. „Das ist gut mit der Funktion des Finanzministers zu vereinbaren“, sagte Dijsselbloem trocken.

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