Folgekosten nicht eingerechnet
Die Preise, die weltweit für Energie gezahlt werden müssen, decken dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge die durch den Energieverbrauch verursachten Schäden bei weitem nicht ab. Das betrifft unter anderem die Kosten für die Verschmutzung der Umwelt, für Gesundheitsschäden und für andere Nebeneffekte des Energieverbrauchs.
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Die Nichtberücksichtigung dieser Kosten in den Energiepreisen stelle eine Subvention dar, die allein in diesem Jahr global 5,3 Billionen Dollar (4,68 Billionen Euro) ausmache, heißt es in einem am Montag veröffentlichten IWF-Bericht. Allein in China zahlen die Verbraucher laut IWF in diesem Jahr für Energie 2,3 Billionen Dollar weniger, als der Energieverbrauch Kosten verursacht.
Die Kosten entstünden vor allem durch die Luftverschmutzung infolge der Nutzung fossiler Brennstoffe, so der IWF. An zweiter Stelle stehen dem Bericht zufolge die USA mit geschätzt knapp 700 Milliarden Dollar an Subventionen. Ihnen folgen die Europäische Union, Indien und Japan.
Ringen um Klimaabkommen
Der Report spricht ein international heftig diskutiertes Thema an. Zurzeit arbeiten an die 200 Länder an einer Vereinbarung gegen den Klimawandel. Und die Zeit drängt: Nachdem im vergangenen Jahr in Lima keine verbindlichen Maßnahmen verabschiedet worden waren, soll dies nun im Dezember passieren.
Auf der Klimakonferenz in Paris soll als Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen beschlossen werden. Als Schlüssel im Kampf gegen die Erderwärmung gelten dabei vor allem die Abschaffung der Subventionen für fossile Brennstoffe sowie ein Abgabensystem für CO2-Emissionen.
IWF nimmt Steuern ins Visier
Der IWF forderte von Regierungen bereits seit längerem, vorsteuerliche Vergünstigungen auf Kohle, Benzin und andere fossile Brennstoffe abzuschaffen. Von solchen vorsteuerlichen Vergünstigungen ist dann die Rede, wenn Treibstoffpreise vom Staat gestützt werden - und damit unter dem internationalen Handelspreis liegen. Laut Währungsfonds erhöhten in der jüngsten Zeit tatsächlich einige Länder, darunter Ägypten, Indien, Indonesien und Jordanien, die Preise für Treibstoffe und passten sie dem Niveau auf dem internationalen Markt an.
Doch die Währungshüter wollen sich nun verstärkt auf nachsteuerliche Subventionen konzentrieren. Dazu zählt etwa der Fall, dass Treibstoffe oder andere fossile Brennstoffe weniger stark besteuert werden als andere Handelsprodukte. Doch der IWF spricht auch dann von Subventionen, wenn die Steuern nicht ausreichen, die durch Energieproduktion und -konsum verursachten Schäden aufzuwiegen.
Subventionen übersteigen Gesundheitsausgaben
In seiner letzten Studie zu dem Thema im Jahr 2013 schätzte der IWF die nachsteuerlichen Subventionen für das Jahr 2011 auf zwei Billionen Dollar – oder 2,9 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts (BIP). Neue Daten über das Ausmaß der Umweltzerstörung haben die Schätzungen für das Jahr 2013 nun auf 4,9 Billiarden ansteigen lassen, so der IWF. Und heuer rechnen die Währungshüter eben sogar mit 5,3 Billionen Dollar. Das entspricht 6,5 Prozent des globalen BIP für dieses Jahr.
Die finanziellen Folgen sind laut IWF enorm: Mit 5,3 Billionen Dollar überstiegen die Energiesubventionen die weltweiten Gesundheitsausgaben, so IWF-Ökonomen Benedict Clements und Vitor Gaspar in einem Blogeintrag zur Studie. Laut IWF betreffen rund drei Viertel der Schäden durch den Energieverbrauch die Bürger im eigenen Land. Es liege damit im eigenen Interesse der Länder, die Subventionen abzuschaffen, so der Währungsfonds.
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