Iran-Atomdeal: Neue Verhandlungsrunde in Wien
Im Atomstreit zwischen dem Westen und dem Iran haben die Streitparteien ihre technischen Verhandlungen heute im Wiener Palais Coburg fortgesetzt. Der iranische Verhandlungsführer und Vizeaußenminister Abbas Araktschi stellte im Vorfeld gegenüber iranischen Medien klar, dass es bei einem Abkommen „keine stufenweise Aufhebung der westlichen Sanktionen gegen den Iran“ geben werde.
Die USA pochen darauf, dass die Sanktionen automatisch und ohne UNO-Beschluss wieder in Kraft treten, wenn sich der Iran nicht an die Vereinbarungen eines finalen Deals hält. Am 2. April hatten der Westen und der Iran in Lausanne einen politischen Rahmenkonsens im Zwist um das iranische Nuklearprogramm erzielt. Dieser enthält Begrenzungen sowie Überwachungsmechanismen zur Kontrolle des iranischen Atomprogramms.
Auf vier Tage anberaumt
Bei den auf vier Tage angesetzten Gesprächen, die von EU-Verhandlungsführerin Helga Schmid koordiniert werden, geht es darum, technische Details zu fixieren. Der Text für den finalen Vertrag wurde bereits aufgesetzt, man ringe nun um das Ausräumen der Differenzen, hieß es aus Diplomatenkreisen. Nach den heutigen Beratungen zwischen der EU und dem Iran werden ab morgen auch die USA, China und Russland an den Verhandlungen teilnehmen.
Suche nach einem Text für alle
Kernaufgabe der Gespräche sei das Erreichen „eines einzigen, von allen Seiten mitgetragenen Textes“, so der Vizeaußenminister weiter. „Wir glauben, dass wir das sogar noch vor der Deadline schaffen können.“ „Alle wirtschaftlichen und finanzbezogenen Sanktionen sollten an dem Tag beendet werden, an dem der Deal seine Gültigkeit erlangt“, unterstrich Araktschi.