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Billigen Strom auf Vorrat kaufen

US-Milliardär Elon Musk nimmt nach der Autoindustrie den Strommarkt ins Visier. Die Lithium-Ionen-Akkus, die schon bisher in Elektrowagen der Marke Tesla eingesetzt werden, sollen künftig auch in Privathäusern und Unternehmen Verwendung finden.

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Der US-Elektroautohersteller Tesla will seine Stromspeicher auch an private Haushalte und Unternehmen verkaufen. Mit der Powerwall könne zum Beispiel Solar- oder Windkraftstrom zur späteren Verwendung gespeichert werden, erläuterte Tesla bei der Ankündigung Anfang Mai.

Unter den ersten Testkunden auf Unternehmensseite sind der Onlinehändler Amazon, der ein Netz aus riesigen Rechenzentren betreibt, sowie der US-Einzelhändler Target. Bei der Einbindung der Batterien in das lokale Stromnetz soll Tesla der deutsche Ökostromanbieter Lichtblick helfen.

100-Kilo-Akku wird an Wand montiert

Der Akkupack für Privathaushalte werde ab dem Sommer für 3.000 Dollar vertrieben, kündigte Teslas Gründer und Chef Musk an. Der 18 Zentimeter dicke, 130 Zentimeter hohe, 86 Zentimeter breite und 100 Kilogramm schwere Stromspeicher soll an die Wand montiert werden und in verschiedenen Farben erhältlich sein. Die Batterien könnten auch nützlich werden, wenn sich smarte Energienetze mit schwankenden Tarifen ausbreiten. Dann könnten die Kunden den Strom speichern, wenn er am günstigsten ist. Laut Tesla soll das große Powerwall-Modell eine Kapazität von zehn Kilowattstunden (kWh), eine kleinere Version eine Kapazität von sieben kWh aufweisen.

Tesla "Power Battery" an einer Wand

APA/AP/Ringo H.W. Chiu

Die Powerwall ist nur 18 Zentimeter dick

Das kalifornische Solarunternehmen Solar City wird den Powerwall-Speicher ab Sommer zusammen mit Photovoltaikanlagen in den USA anbieten. Zusammen mit Lichtblick soll die Powerwall zunächst in Deutschland sowie danach in der ganzen EU angeboten werden. Tesla baut gerade eine fünf Milliarden Dollar teure Batteriefabrik in Kalifornien. Sie soll ab dem Jahr 2020 eine halbe Million Akkupacks pro Jahr produzieren können.

Akkus sollen schwaches Autogeschäft ausgleichen

Tesla setzt angesichts der Herausforderungen in seinem angestammten Autogeschäft große Hoffnungen in den Verkauf von Stromspeichern. Das könne für Tesla größer werden als die Elektroautos, so Musk. Die Nachfrage nach den neuen stationären Batteriesystemen für den Hausgebrauch sei „verrückt“. Tesla teilte weiters mit, es sei einfacher, dieses Geschäft global aufzuziehen, als den Verkauf von Fahrzeugen.

Genau die Kernsparte bereitete Tesla nämlich zu Jahresbeginn einige Probleme: Investitionen in das neue Model X, Fabriken zur Ausweitung der Produktionskapazitäten und der Aufbau der Batteriefabrik sowie der starke Dollar kamen das Silicon-Valley-Unternehmen teuer zu stehen. Im ersten Quartal weitete sich der Verlust von fast 50 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 154 Millionen Dollar aus. Die Bargeldreserven schrumpften bis März von 1,9 Milliarden Dollar Ende 2014 auf 1,5 Milliarden Dollar. Musk geht trotzdem davon aus, Ende des Jahres wieder Zuwächse beim Bargeldbestand zu sehen.

Neuer Sportwagen Model X ab Herbst

Trotz des Verlusts zum Jahresstart hält Tesla an seinen Zielen fest. Es werde weiterhin damit gerechnet, 2015 insgesamt 55.000 Fahrzeuge auszuliefern, so der Konzern. Das wären fast 75 Prozent mehr als 2014. Ausschlaggebend für den Erfolg dürfte sein, ob Tesla wie geplant im dritten Quartal seinen Sportwagen Model X auf den Markt bringt.

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