„Zwischen 14. Mai und 13. Juni“ geboren
Einem Staatsakt gleich haben am 4. Mai im römischen Senat die offiziellen Feierlichkeiten zum diesjährigen 750. Geburtstag von Dante Alighieri ihren Anfang genommen. In Summe werden von italienischen Medien 187 Veranstaltungen und 173 im Ausland gelistet, wobei sich der Fokus vor allem auf Dantes zentrale Wirkungsstädten Florenz, Verona und Ravenna sowie die Hauptstadt Rom richtet.
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Der Veranstaltungsreigen umfasst laut „Il Fatto Quotidiano“ ein buntes Potpourri „aus Ausstellungen, Lesungen, Kongressen und Konferenzen, Konzerten mit klassischer und zeitgenössischer Musik, Theater- und Tanzshows, Videoinstallationen, Vorlesungen, Sommerschule mit den größten Protagonisten der nationalen und internationalen Kulturszene und Studenten von Dantes Literatur“.
„Ganz Florenz beteiligt sich an Feierlichkeiten“
In Florenz wird der häufig auch als „Vater der italienischen Sprache“ bezeichnete Dante nicht zuletzt als Symbol für die Entstehung einer einheitlichen italienischen Sprache gesehen, weswegen Dantes runder Geburtstag geradezu ideal zu einem weiteren, heuer in Florenz gefeierten Jahrestag passt: 2015 ist es 150 Jahre her, seit König Vittorio Emanuele II Florenz zur Hauptstadt eines vereinten Italiens erklärte. „Ganz Florenz“ werde sich nun jedenfalls an den Feiern für einen seiner berühmtesten Söhne beteiligen, verlautete etwa vom Tourismusportal GuidadiFirenze.
Einen umfangreichen Dante-Schwerpunkt bietet mit Verona auch jene norditalienische Stadt, in der Dante nach seiner Verbannung aus Florenz gleich mehrmals Zuflucht fand. Der September ist ganz Dante gewidmet, heißt es zudem im Kulturkalender von Ravenna, wo Dante in der Nacht auf den 14. September 1321 starb.
Biografie mit vielen weißen Flecken
Im Gegensatz zu seinem Todestag ist das genaue und laut italienischen Medienberichten „zwischen 14. Mai und 13. Juni“ 1265 vermutete Geburtsdatum von Dante nicht bekannt. Abseits davon finden sich in Dantes Biografie aber ohnehin viele weiße Flecken. Als nicht völlig geklärt gilt etwa Dantes Rolle bei der Schlacht von Campaldino (1289 bis 1290), wo er an der Seite der siegreichen Florentiner Guelfen gekämpft haben soll.
In diese Zeit fällt auch ein zentraler Schicksalsschlag in Dantes Leben: der Tod seiner Jugendliebe Beatrice. Rund um 1293 vollendet Dante sein erstes großes Werk, die „Vita Nuova“. Zu dieser Zeit folgte auch der Beginn von Dantes politischer Karriere - die mit Dantes Sitz im Florentiner Rat der Hundert im Jahr 1296 einen ihrer Höhepunkte fand.
Wenig Verbrieftes findet sich indes aus der Zeit rund um seine Verbannung aus Florenz. Dantes erste Station im Exil wurde um 1300 Verona. In Florenz wurde Dante in Abwesenheit zunächst mit Geldstrafen und zum Ausschluss von allen öffentlichen Ämtern sowie schließlich gleich mehrmals mit dem Tod bestraft.
Arezzo als Geburtsstadt von Dantes „Komödie“
In Arezzo begann Dante 1304 mit der Arbeit an seinem Hauptwerk, der erst später mit dem Prädikat „göttlich“ versehenen „Komödie“, die er erst 1321 und somit nur kurz vor seinem Tod vollenden sollte. Ab 1306 wechselte Dante offenbar gleich mehrmals seine Aufenthaltsorte. Zunächst nach Casentino und Lucca weitergezogen, soll Dante sich auch in Santa Croce del Corvo, Arles und Paris aufgehalten haben und schließlich wieder nach Verona gezogen sein.
Seinen Lebensabend verbrachte Dante schließlich in Ravenna, wobei er neben seiner literarischen Arbeit auch als Sekretär am dortigen Fürstenhof bzw. als Lehrer für Rhetorik und Poetik tätig gewesen sein soll.
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