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Leichte Erholung in Sicht

Die Euro-Zone muss sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) längerfristig auf ein schwaches Wirtschaftswachstum einstellen. Zwar habe sich die Konjunktur in der Region zuletzt erholt, aber für die Zukunft gebe es derzeit kaum Aussichten auf eine weitere Verbesserung, heißt es in der aktuellen IWF-Prognose für die Weltwirtschaft, die am Dienstag in Washington veröffentlicht wurde.

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Auf kurze Sicht erhöhte der IWF allerdings seine Prognose für die Euro-Zone. Für dieses Jahr erwartet er ein Wachstum von 1,5 Prozent, im kommenden Jahr sollen es 1,6 Prozent sein. 2014 hatte die Wirtschaft lediglich um 0,9 Prozent zugelegt, im Jahr zuvor war der Währungsraum noch in der Rezession.

Österreich hinkt hinterher

Österreich hinkt beim Wirtschaftswachstum hinter den anderen Ländern der Euro-Zone her. Laut IWF-Prognose wird für Österreich 2015 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,9 Prozent und 2016 von 1,6 Prozent erwartet. Bei der prognostizierten Inflation liegt Österreich deutlich über der Euro-Zone.

Für 2015 erwarten die IWF-Ökonomen für Österreich eine Steigerung der Verbraucherpreise um 1,1 Prozent, 2016 dann um 1,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich hingegen deutlich niedriger als in der Euro-Zone.

Euro-Zone profitiert von niedrigem Ölpreis

Wie andere wichtige Wirtschaftsräume habe die Euro-Zone überraschend stark von dem niedrigen Ölpreis profitiert, erklärte der IWF. Die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten ebenfalls einen positiven Effekt. Ein deutlich verteuerter Dollar habe zudem der Exportwirtschaft geholfen. Produkte aus dem Euro-Raum werden dadurch auf wichtigen Märkten wie den USA billiger. Das erhöht die Absatzchancen.

Selbst Euro-Länder wie Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien verzeichnen laut dem IWF 2015 und 2016 ein ansehnliches Plus beim BIP. Nahezu überall in der Euro-Zone werde die Arbeitslosigkeit sinken.

Zögerliche Investoren dämpfen Konjunktur

Die längerfristig dennoch gedämpften Wachstumsaussichten begründete der IWF vor allem mit der zurückliegenden Euro-Schuldenkrise. Viele Euro-Staaten und Haushalte kämpften weiter mit hohen Schulden. Investoren seien noch immer pessimistisch und trauten sich nicht, ihr Geld einzusetzen. Auch flössen Kredite weiterhin zu langsam, weil die Banken durch Altlasten in den Bilanzen insgesamt nicht stabil genug seien. Hinzu kämen Unsicherheiten durch Krisen wie in Russland und der Ukraine sowie der Schuldenstreit mit Griechenland.

„Die Erwartung eines geringeren Wachstumspotenzials schwächt bereits heute Investitionen“, sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard. Die Überalterung der Gesellschaft, geringe Investitionsbereitschaft und eine zu langsame Zunahme der Gesamtproduktivität seien die Hauptgründe. Der Währungsfonds fordert daher unter anderem mehr öffentliche Investitionen, um die Wachstumschancen in Europa zu vergrößern. Dadurch würden neue Arbeitsplätze geschaffen, die Bürger hätten die Chance, mehr zu konsumieren und ihre Schulden zurückzuzahlen, und die Inflation würde anziehen.

Weltweites Wachstum von 3,5 Prozent erwartet

Weltweit rechnet der IWF in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3,5 und 2016 mit 3,8 Prozent. In den beiden Jahren davor lag es bei 3,4 Prozent. Besser als zuletzt stünden die großen Volkswirtschaften da, während die Konjunktur in Entwicklungs- und Schwellenländern etwas nachgelassen habe. Die russische Wirtschaft werde in diesem Jahr um 3,8 Prozent schrumpfen und damit deutlich stärker als erwartet. Brasilien werde in die Rezession rutschen, sagte der IWF voraus.

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