Udo Jürgens ist Künstler des Jahres
Aufgefrischt um gleich mehrere neue Kategorien sind am Sonntagabend im Wiener Volkstheater zum 15. Mal die Amadeus Austrian Music Awards verliehen worden. Mit fünf Nominierungen zählten die derzeit gehypte Band Wanda und Amadeus-Dauergast Andreas Gabalier zu den großen Favoriten. Abgeräumt hat aber Conchita Wurst.
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Mit drei Auszeichnungen stand die dreifach nominierte Song-Contest-Gewinnerin im Mittelpunkt der diesjährigen Amadeus-Gala und durfte sich neben der Auszeichnung in den Kategorien „Künstlerin des Jahres“ und „Video des Jahres“ („Heroes“) auch über den Amadeus für den Song des Jahres („Rise Like a Phoenix“) freuen. In dieser Kategorie waren „Spliff“ von Bilderbuch und „Bologna“ aus dem Wanda-Erfolgsalbum „Amore“ in der Favoritenrolle.

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Dreimal nominiert, dreimal gewonnen
„Wir lieben Amore“
Die Gruppe um Marco Michael Wanda sicherte sich schließlich zwei Auszeichnungen und erhielt neben dem FM4-Award auch den Amadeus in der Kategorie Alternative Pop/Rock. Neben Wanda die meisten Gewinnchancen zugerechnet wurden im Vorfeld dem ebenfalls mehrfach nominierten Schlagersänger Andreas Gabalier. Auch dieser hatte gegenüber Wurst das Nachsehen - Gabalier konnte mit dem besten Live-Act des Jahres seine bisherige Amadeus-Kollektion immerhin um eine Trophäe erweitern.
Die fünfköpfige Formation Tagtraeumer, die kürzlich ihr Debüt „Alles Ok?!“ vorgelegt hatet, sicherte sich die Trophäe in der Kategorie „Band des Jahres“. Von den Steirern ausgestochen wurden damit ein genreübergreifendes Potpourri der heimischen Musikszene, darunter Klangkarussell, Die Seer, das Nockalm Quintett, die Poxrucker Sisters und Bilderbuch. Einer der Favoriten war auch hier Wanda, woran Tagtraeumer mit „Wir mögen Amore“ auch in ihrer Dankesrede erinnerten.

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Gabalier wurde nicht zum ersten Mal mit einem Amadeus geehrt
Zu den weiteren Preisträgern zählt Julian Le Play, der sich mit „Melodram“ die Auszeichnung für das beste Album sicherte. Die Kategorie „Songwriter des Jahres“ ging an Thorsteinn Einarsson, Lukas Hillebrand, Noa Ben-Gur & Alex Pohn für „Leya“.
Favoritensiege in Genre-Kategorien
Postum eine Ehrung erfuhr der im Vorjahr verstorbene Udo Jürgens, dessen man als Künstler des Jahres gedachte. „Wer, wenn nicht er wusste, wie schwer es ist, es in diesem Business zu etwas zu bringen“, sagte Sohn John, der gemeinsam mit Jürgens’ langjährigem Manager Freddy Burger die Trophäe entgegennahm. „Danke dafür, dass ich fast 40 Jahre lang mit dir das Leben teilen durfte“, so Burger.

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Udo Jürgens’ Sohn John bedankt sich für die Auszeichnung
In den Genre-Kategorien konnten sich großteils die Favoriten durchsetzen: So waren hier neben Wanda auch Rapper Nazar (Hip-Hop/Urban), 5/8erl in Ehr’n (Jazz/World/Blues) und die Bloodsucking Zombies from Outer Space (Hard & Heavy) erfolgreich. Seine schon ansehnliche Amadeus-Sammlung aufstocken durfte Parov Stelar alias Marcus Füreder, der das vierte Jahr in Folge reüssieren konnte - heuer in der Kategorie Electronic/Dance.

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Der Gewinner der Kategorie Hip-Hop/Urban: Rapper Nazar
Arik Brauer für Lebenswerk geehrt
So wie der FM4-Award war im Vorfeld der Amadeus-Gala bereits bekannt, dass Arik Brauer für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Der Universalkünstler, der 1929 in Wien geboren wurde und neben seiner Fokussierung auf die Malerei immer wieder als Musiker in Erscheinung getreten ist, nahm den Preis schließlich bei der Amadeus-Gala im Wiener Volkstheater von Danielle Spera entgegen. Brauer folgt auf Stefanie Werger, die im Vorjahr ausgezeichnet wurde. Mit Alben wie „Arik Brauer“ und „Alles was Flügel hat fliegt“ feierte er in den 1970er Jahren große Erfolge und gilt zudem als Wegbereiter des Austropop.
Bereits am Freitagabend wurden zudem Nikodem Milewski, Krystian Koenig und Mischa Janisch mit einem Amadeus Austrian Music Award für die beste Tonstudioleistung ausgezeichnet. Sie erhielten den „Best Engineered“-Preis für das Album „Netzwerk“ der Gruppe Klangkarussell. Damit haben sie sich gegen über 50 Produktionseinreichungen durchgesetzt. Fünf Aufnahmen fanden letztlich ihren Weg auf die Liste der Nominierten des heuer zum dritten Mal vom Fachverband der Film- und Musikwirtschaft (FAMA) vergebenen Preises.
„Nachjustiert“ und „an Schrauben gedreht“
Mit „Band des Jahres“, „Künstler und Künstlerin des Jahres“ und „Songwriter des Jahres“ wurde der Amadeus in diesem Jahr gleich um mehrere neue Kategorien erweitert. Gesucht wurde damit wohl auch eine Aufwertung des immer wieder kritisierten Preises, von dem im Vorjahr mit HVOB (Her Voice Over Boys), Naked Lunch und Monobrother gleich drei zunächst Nominierte nichts wissen wollten. Monobrother sprachen gar von einem „Kosmetikservice von einer Leiche“ - ein Vorwurf, den der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) dann doch nicht auf sich sitzen lassen wollte.
IFPI-Chef Hannes Eder sprach laut „Kurier“ von einem „Work in progress“, wobei man beim Amadeus durchaus „jedes Jahr ein bisschen nachjustieren und alle paar Jahre an größeren Schrauben drehen“ müsse - und mit gleich vier neuen Kategorien waren es diesmal wohl die genannten Schrauben, mit denen dem Amadeus neues Leben eingehaucht werden sollte.
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