Saudi-Arabien weist Kritik an Umgang mit Badawi zurück

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Saudi-Arabien hat die internationale Kritik an der Verurteilung des Bloggers Raef Badawi zu 1.000 Stockschlägen scharf zurückgewiesen. Das Außenministerium in Riad verurteilte gestern in einer Erklärung „die Medienkampagne um den Fall Raef Badawi“. Saudi-Arabien „akzeptiert keine Form der Einmischung in seine inneren Angelegenheiten“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Spa einen Ministeriumssprecher. Er prangerte zudem einen „Angriff auf die Unabhängigkeit“ des saudiarabischen Justizsystems an.

Scharia „garantiert“ Menschenrechte

Es gebe „ein paar internationale Beteiligte“, die die Menschenrechte politisierten, um „selektiv die souveränen Rechte von Staaten anzugreifen“, sagte der Sprecher, ohne zu auszuführen, an wen genau sich der Vorwurf richtete. Sein Land akzeptiere „keinen Angriff im Namen der Menschenrechte, da seine Verfassung auf der Scharia beruht, die Menschenrechte garantiert“.

Das Schicksal Badawis bewegt die weltweite Öffentlichkeit seit Wochen: Der Blogger war wegen Beleidigung des Islams zu tausend Stockhieben sowie zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. 50 Hiebe musste der 31-jährige Blogger am 9. Jänner vor einer Moschee in der Hafenstadt Dschiddah erdulden. Danach wurde die Fortsetzung der Bestrafung aus medizinischen Gründen mehrfach verschoben.