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„In beiderlei Hinsicht falsch“

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat das Zentralkommando wegen eines ungewöhnlich detaillierten Hintergrund-Briefings zu einer Militäroffensive im Irak angegriffen. Bei diesem hatte ein Sprecher vor knapp zwei Wochen erläutert, wie der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zur Rückeroberung der Stadt Mossul ablaufen soll.

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Vor allem die Nennung des Zeitpunkts der Offensive, die dem Sprecher zufolge im April oder Mai stattfinden sollte, hatte die Iraker verärgert und auch in Washington für Verwunderung gesorgt. „Das war eindeutig keine präzise Information, und wenn sie präzise gewesen wäre, hätte sie nicht ausgeplaudert werden sollen. Also war es in beiderlei Hinsicht falsch“, sagte Carter am Dienstag bei einer Anhörung im Senat.

Ermittlungen wurden eingeleitet

Das Pentagon müsse transparent sein, „aber nicht mit Geheimnissen und nicht mit Kriegsplänen“. Hin und wieder schieße jemand über das Ziel hinaus. Generalstabschef Martin Dempsey erklärte, General Lloyd Austin habe beim Zentralkommando Ermittlungen eingeleitet, um den Fall zu klären.

Armee will IS in Tikrit einkreisen

Unterdessen wollen die irakischen Streitkräfte die IS-Kämpfer in Tikrit einkesseln, bevor sie die nördlich von Bagdad liegende Stadt angreifen. Tikrit liegt an einer strategisch wichtigen Verbindungsstraße in den Norden des Landes. Ziel sei es, IS-Angriffe zu verhindern, die Nachschublinien für Waffen und Einheiten abzuschneiden und die Extremisten „vollständig einzuschließen“, sagte General Abdel Amir Al-Saidi am Mittwoch. IS-Kämpfer sollten auch in den Ortschaften Al-Alam und Al-Dur eingekesselt werden.

Das irakische Heer hatte am Montag mit rund 30.000 Mann und Unterstützung der Luftwaffe seine bisher größte Offensive gestartet, um Tikrit nach neun Monaten vom IS zurückzuerobern. Die Extremisten versuchen, Bagdads Truppen mit Straßenbomben, Selbstmordanschlägen und Heckenschützen aufzuhalten. Nachdem es am Dienstag Anzeichen für ein Stocken der Offensive gab, laufe nun „alles nach Plan“, sagte ein irakischer Offizier in Samarra. Es sei bisher zu keinem „direkten“ Gefecht zwischen irakischen Soldaten und IS-Kämpfern gekommen.

Vormarsch aus drei Richtungen

Unterstützt von schiitischen Milizen und sunnitischen Stämmen marschieren die Truppen aus drei Richtungen vor: von Samarra im Süden, vom Militärstützpunkt Speicher im Norden und aus der Provinz Didschala im Osten. Am Mittwoch waren sie auf fast 20 Kilometer an Tikrit herangekommen, die „erste Verteidigungslinie“ des IS sei zerstört worden, sagte General Saidi, der die Truppen aus Didschala kommandiert.

Der IS hatte Tikrit, Mossul und weitere Ortschaften und Gebiete im sunnitischen Kernland des Irak im vergangenen Sommer überrannt. Die irakischen Streitkräfte sind schon mehrfach mit dem Versuch gescheitert, Tikrit zurückzuerobern. Gelingt ihnen die Operation im neuen Anlauf, soll als Nächstes Mossul knapp 200 Kilometer weiter im Norden folgen. Mossul ist die zweitgrößte Stadt des Irak und die größte, die den IS-Extremisten in die Hände gefallen ist.

USA: Rein irakische Angelegenheit

Die US-Armee und ihre Verbündeten beteiligen sich bisher nicht mit Luftangriffen an der neuen Offensive gegen die sunnitischen Extremisten. Laut dem US-Verteidigungsministerium gab es keine Anfrage der irakischen Regierung, wie US-Medien berichteten. Es handle sich um eine irakische Angelegenheit, sagte ein Sprecher des Pentagons. Die US-Luftwaffe und ihre Verbündeten bombardieren seit mehreren Monaten regelmäßig IS-Stellungen im Irak und in Syrien.

Dagegen unterstützt der schiitische Iran die Offensive. Mit Ghassem Sulejmani sei ein hochrangiger Kommandant der iranischen Revolutionsgarden als Berater und Beobachter an Ort und Stelle, berichtete die iranische Nachrichtenagentur FARS am Montag.

Australien stockt Kontingent auf

Australiens Premierminister Tony Abbott sagte Bagdad unterdessen am Dienstag eine erhebliche Aufstockung des Kontingents zu: 300 weitere australische Soldaten würden gemeinsam mit 140 Soldaten aus Neuseeland die Ausbildung der irakischen Streitkräfte unterstützen. Die irakische Regierung habe darum gebeten. Bisher sind 170 australische Spezialkräfte als Ausbilder im Irak.

„Wir wollen die Iraker nicht alleinlassen“, sagte Abbott. „Wir sind als friedliebendes Volk natürlich zurückhaltend, uns in weit entfernte Konflikte einzuschalten, aber wie wir wissen, hat uns dieser Konflikt nun schon seit Monaten selbst erreicht.“ Abbott zufolge kämpfen rund hundert Australier an der Seite des IS und anderer Extremistengruppen im Irak und in Syrien. Weitere 150 Menschen in Australien unterstützen den IS.

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