Einhellig positive Reaktionen
Caritas, Waltraud Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, und der Chef des ÖVP-Seniorenbundes und Präsident des Österreichischen Seniorenrates Andreas Khol begrüßten am Dienstag die Empfehlungen der Enquetekommission zur „Würde am Ende des Lebens“ zum Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich. Sie mahnten eine rasche Umsetzung ein.
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„Als Caritas sind wir überzeugt, dass Menschen nicht durch die Hand eines anderen, sondern an der Hand eines anderen sterben sollen“, so Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter in einer Aussendung. Der Kurzbericht der Enquetekommission stimme hoffnungsvoll und optimistisch, dass jetzt Nägel mit Köpfen gemacht würden. Die aktuelle Finanzierung von Hospiz- und Palliativversorgung mit Ausnahmen der Palliativstationen in den Krankenhäusern sei bisher zersplittert, unübersichtlich und nicht gesichert.
„Es ist ein wichtiger Schritt, dass im vorliegenden Bericht erstmals die österreichweite gesicherte Regelfinanzierung klar als Ziel formuliert wird. In Zukunft darf die Begleitung Sterbender in Österreich nicht von Spenden abhängen“, so Wachter.
Forderung nach Rechtsanspruch
In einigen Punkten bleibt der Bericht allerdings konkrete Antworten auf drängende Fragen schuldig: „Noch nicht explizit ausgeführt ist, ob das vorgesehene Hospiz- und Palliativforum die Gesamtsteuerung und Gesamtverantwortung übernehmen wird“, so Wachter. Aus Sicht der Caritas sei es aber unbedingt erforderlich, dass Zuständigkeiten klar definiert sind. „Die betroffenen Menschen müssen wissen, wohin und an wen sie sich im Notfall wenden können“, so Wachter weiter.
Er hält auch einen Rechtsanspruch auf Palliativversorgung für notwendig, um etwaige Unklarheiten etwa im mobilen Bereich bzw. außerhalb des Krankenhauses zu klären. „Nur ein solcher Rechtsanspruch kann sicherstellen, dass der Zugang zu Hospiz- und Palliativversorgung allen Menschen möglich ist. Es kann nicht sein, dass sich ein Mensch in Österreich am Ende seines Lebens die für ihn nötige Betreuung nicht leisten kann“, so Wachter.
Klasnic und Khol sehen sich bestätigt
Auch Klasnic sieht sich in ihren bisherigen Forderungen bestätigt. Die Empfehlungen der Kommission seien mehr als ein Meilenstein. „Diese Bestimmungen und Empfehlungen geben den Menschen in Österreich Trost und Sicherheit. Das österreichische Parlament zeigt damit Verantwortung bis zur letzten Stunde des Lebens generationenübergreifend.“ Sie lobte den Bericht als einen „großen Schritt in Richtung einer Hospiz- und Palliativbetreuung für alle Menschen, die sie brauchen, die schwer krank und sterbend sind und für ihre Angehörigen“, so Klasnic. Es sei eine Betreuung, die leistbar, allen zugänglich und österreichweit bedarfsdeckend sei. Nun müssten diesen Empfehlungen auch konkrete Schritte folgen, so Klasnics Wunsch an die Politik.
Khol sieht den österreichischen Sonderweg weiterhin konsequent beschritten: Sterben an der Hand eines Menschen, nicht durch die Hand eines anderen. Das sei und bleibe „unser Weg“, so Khol in einer Aussendung. Er forderte eine konsequente Umsetzung.
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