Kurz fordert klare Linie zu Abdullah-Zentrum

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In der Diskussion über das umstrittene Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog (KAICIID) hat Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) eine klare österreichische Linie gefordert. Es wäre sinnvoll, demnächst ein klärendes Gespräch bei Bundespräsident Heinz Fischer zu führen, der sich für den Erhalt des Zentrums ausgesprochen habe, sagte Kurz heute in Brüssel.

Der Außenminister hatte zuvor seinen spanischen Amtskollegen Jose Manuel Garcia-Margallo über die Diskussion in Österreich informiert, wie er sagte. Spanien sehe das Abdullah-Zentrum nach wie vor als eine positive Organisation und sei der Meinung, dass mehr Aktivität gut wäre und gegen eine Neuaufstellung grundsätzlich nichts einzuwenden wäre, so Kurz.

Neuerlich Kritik von Faymann

Zuvor hatte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) seine Kritik an dem umstrittenen Zentrum erneuert. Es sei „haarsträubend und nicht zu akzeptieren“, dass das KAICIID, dessen Aufgabe der interreligiöse Dialog sei, dieser nicht nachkomme - das Gegenteil sei der Fall, so Faymann in seiner Rede beim ersten Barbara-Prammer-Symposium im Parlament.

Der Blogger Raif Badawi sei in Saudi-Arabien für seine Aussagen über die Gleichwertigkeit von Religionsgemeinschaften und jenen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, verurteilt worden, also für das, was als „interreligiöser Dialog“ bezeichnet werde, sagte Faymann.

Man könne „nicht zur Tagesordnung übergehen, wenn ein sogenanntes interreligiöses und kulturelles Dialogzentrum“, an dem Österreich beteiligt ist, sage, man sei im Fall eines Menschenrechtsaktivisten „neutral“.