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Kerry besucht Orte der Attentate

Mehr als eine Woche nach den Anschlägen von Paris ist am Freitag auch US-Außenminister John Kerry nach Paris gekommen, um sein Mitgefühl für die Terroropfer auszudrücken. Zuvor fanden eine Demonstration der Solidarität durch Dutzende Staats- und Regierungschefs und andere hochrangige Vertreter europäischer und arabischer Länder sowie Massendemonstrationen in ganz Frankreich statt.

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Während im Großraum Paris weitere Verdächtige in Zusammenhang mit den islamistischen Anschlägen festgenommen wurden, drückte Kerry die Solidarität der USA gegenüber Präsident Francois Hollande und Außenminister Laurent Fabius aus. Frankreichs Staatschef sagte zu Kerry, es müssten „gemeinsam die notwendigen Antworten“ auf die terroristische Herausforderung gefunden werden.

John Kerry und Francois Hollande

APA/EPA/Ian Langsdon

Kerry drückte Hollande in Paris sein Mitgefühl aus

Entschuldigung für Fernbleiben Obamas

Nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ wolle er die Zuneigung des amerikanischen Volkes für Frankreich zum Ausdruck bringen und „Paris fest umarmen“, hatte Kerry angekündigt. Er legte bei seinem Paris-Besuch Kränze an den Redaktionsräumen von „Charlie Hebdo“ und an dem jüdischen Supermarkt nieder, die Ziel islamistischer Anschläge geworden waren. Kerry entschuldigte sich laut Fabius offiziell für das Fernbleiben eines Vertreters der USA bei der Solidaritätskundgebung am Sonntag. In den USA war zuvor kritisiert worden, dass an dem Solidaritätsmarsch Staats- und Regierungschefs aus aller Welt teilgenommen hatten, nicht jedoch US-Präsident Barack Obama oder ein anderes hochrangiges Regierungsmitglied.

Hunderte Menschen bei Trauerfeier für „Charb“

Hunderte Menschen nahmen unterdessen bei einer Trauerfeier in der Nähe von Paris Abschied von Stephane Charbonnier, der als „Charb“ bekannt war. Der Herausgeber und Karikaturist der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ wurde bei dem Anschlag auf das Redaktionsbüro von einem islamistischen Attentäter erschossen.

Neben der Familie von Charbonnier und überlebenden Mitarbeitern von „Charlie Hebdo“ nahmen auch mehrere Minister der französischen Regierung an der Trauerfeier in Pontoise teil. „Charlie wird leben!“, sagte der Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon bei der Trauerfeier. „Charb“ sollte nach der Trauerfeier im engsten Kreis beerdigt werden. Hunderte Menschen verfolgten die Zeremonie vor dem Gebäude auf einer Leinwand.

Der Zeichner „Charb“ hatte ab 2009 „Charlie Hebdo“ geleitet, die wegen ihrer Mohammed-Karikaturen seit Jahren im Visier gewaltbereiter Islamisten war. Der 47-Jährige lehnte ein Einlenken trotz der tödlichen Bedrohung ab. Er soll gesagt haben, er wolle lieber aufrecht sterben, als „auf Knien“ zu leben. Die neue Ausgabe von „Charlie Hebdo“, die eine Woche nach dem Anschlag erschien und von den überlebenden Mitarbeitern der Satirezeitung gestaltet wurde, zeigt auf der Titelseite erneut eine Mohammed-Karikatur.

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