Schweizer Notenbank kippt Euro-Mindestkurs

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Die Schweizer Notenbank gibt den vor mehr als drei Jahren eingeführten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken auf.

„Der Mindestkurs wurde in einer Zeit der massiven Überbewertung des Frankens und größter Verunsicherung an den Finanzmärkten eingeführt“, erklärte die Schweizerische Nationalbank (SNB) heute.

„Der Franken bleibt zwar hoch bewertet, aber die Überbewertung hat sich seit Einführung des Mindestkurses insgesamt reduziert.“ Zugleich erhöhte die Zentralbank den Strafzins für Guthaben auf Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, auf 0,75 Prozent.

Die europäische Gemeinschaftswährung sackte nach der Ankündigung unter die Parität auf Kurse um 0,9586 Franken ab. Kurzzeitig fiel der Euro auf den tiefsten Stand seit November 2003.

Keine Auswirkungen auf Staatsanleihen von Österreich

Der Schritt der SNB habe auf österreichische Staatsanleihen keine Auswirkungen, sagte die Chefin der Oesterreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Martha Oberndorfer: „Wir haben keine Fremdwährungsrisiken.“ Sie rechnet eher mit positiven Effekten auf Österreichs Wirtschaft.

Fremdwährungen seien bei der für die Schuldenaufnahme zuständigen Agentur grundsätzlich abgesichert. „Die Wechselkursparität tangiert uns daher nicht“, sagte die Finanzmanagerin der Republik. Für die heimische Wirtschaft könne es durchaus positive Effekte geben. „Eher ein Vorteil“ sei es etwa für den Tourismus im Westen Österreichs, weil ein Winterurlaub gegenüber einem in der Schweiz billiger werde.