Themenüberblick

Polizistin von hinten erschossen

Einen Tag nach dem Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris hat ein Mann am südlichen Stadtrand mit einem Maschinengewehr das Feuer auf Polizisten eröffnet. Eine Polizistin wurde getötet und ein Mitarbeiter der Stadtreinigung lebensgefährlich verletzt. Der Täter scheint mittlerweile identifiziert.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Zwei Menschen aus dem „sehr nahen Umfeld“ des Verdächtigen seien festgenommen worden, verlautete am Freitag aus Ermittlerkreisen. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Freitag, die Ermittlungen zu der Bluttat in Montrouge kämen „voran“. Geleitet werden die Ermittlungen von der Anti-Terrorismus-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft.

Mitglieder einer Gruppe?

Mit dem Terroranschlag auf „Charlie Hebdo“ könnte es einen Zusammenhang geben. Wie das französische Magazin „Le Point“ am Freitag berichtete, gehörten alle drei Attentäter derselben radikalislamischen Gruppierung an. Konkret soll es sich dabei um das nach einem Park im 19. Pariser Bezirk benannte „Buttes-Chaumont-Netzwerk“ handeln. Dieses schickte in der Vergangenheit auch immer wieder Kämpfer nach Syrien und in den Irak.

Schauplatz des zweiten Anschlags

AP/Thibault Camus

Der Anschlag ereignete sich im Süden von Paris

Terroristischer Hintergrund möglich

Die Tat ereignete sich in der Nähe der Porte de Chatillon im Süden von Paris. Ein Mann mit einer schusssicheren Weste und einem Schnellfeuergewehr habe um 8.19 Uhr das Feuer auf Polizisten eröffnet, die zu einem Unfall gerufen worden waren, teilte die Polizei mit. Der Mann soll von hinten auf die Rücken der Polizisten geschossen haben.

Spurensicherung am Tatort

APA/EPA/Christophe Ena

Die Polizei sichert die Spuren

Die tödliche Attacke hatte laut der Justiz womöglich einen terroristischen Hintergrund. Die Anti-Terrorismus-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm am Donnerstag die Ermittlungen zu der Bluttat. Das sei durch den „derzeitigen Kontext“ begründet, durch die schwere Bewaffnung des Täters und die Tatsache, dass Ordnungshüter Ziel der Attacke waren, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Schüsse auf Moschee und Gebetsraum

An mehreren Orten in Frankreich wurden seit Mittwoch muslimische Einrichtungen attackiert. So wurden eine Moschee im nordwestfranzösischen Mans und ein muslimischer Gebetsraum im südfranzösischen Port-la-Nouvelle in der Nacht auf Donnerstag beschossen. Vor einem Kebabladen nahe einer Moschee im ostfranzösischen Villefranche-sur-Saone gab es eine Explosion. Verletzt wurde bei den Angriffen niemand. Die Behörden vermuten hinter einigen der Angriffe Racheakte nach dem „Charlie Hebdo“-Attentat.

Die französische Regierung verurteilte derartige islamfeindliche Übergriffe am Donnerstag scharf. Die Regierung werde „keine Tat, keine Drohung“ gegen muslimische Einrichtungen tolerieren, sagte Cazeneuve am Donnerstagabend in Paris. Wer solche Taten begehe, werde „gesucht, festgenommen und bestraft“.

Links: