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Sieben Jahre im Verzug

Die Hamburger Elbphilharmonie könnte wenige Monate früher als geplant eröffnet werden. Bisher gilt das Frühjahr 2017 als offizieller Eröffnungstermin, nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ (Samstag-Ausgabe) wird nun der 12. Jänner 2017 angepeilt. „Wir können noch keinen Termin bestätigen“, sagte hingegen der Sprecher der Kulturbehörde, Enno Isermann, kurz vor Weihnachten.

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„Aber der Bau macht so große Fortschritte, dass es sehr gut aussieht mit einem recht frühzeitigen Eröffnungstermin.“ Das Gebäude soll laut Kulturbehörde Ende Oktober 2016 an die Stadt übergeben werden, dann beginnt die aufwendige Einspielphase.

Lange hatte an der Elbphilharmonie Stillstand geherrscht. Erst nachdem sich die Stadt und der Baukonzern Hochtief Anfang 2013 nach langem Streit auf den Weiterbau geeinigt hatten, ging es auf Deutschlands berühmtester Kulturbaustelle wieder voran. Die Kosten für das Konzerthaus stiegen von ursprünglich 77 Millionen auf 789 Millionen Euro, die offizielle Eröffnung wurde von 2010 auf 2017 verschoben.

Untersuchungsbericht legt Vorgänge offen

Ein parlamentarischer Untersuchungsbericht, der 2014 vorgelegt wurde, legte die Vorgänge bis Ende 2008 und auch die Namen der Verantwortlichen offen. Demnach wollten alle Beteiligten das Konzerthaus unbedingt bauen, ohne den Steuerzahlern die wahren Kosten zu präsentieren.

Für die wichtigsten Fehlentscheidungen des Projekts - die verfrühte Ausschreibung und das komplizierte Dreiecksverhältnis zwischen Stadt, dem Baukonzern Hochtief und den Architekten - ist demnach die städtische Realisierungsgesellschaft (Rege) mit ihrem Chef Hartmut Wegener verantwortlich. Die politisch Verantwortlichen, allen voran Hamburgs damaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und sein Chef der Senatskanzlei Volkmar Schön (CDU), seien dagegen ihrer Aufsichtspflicht nicht gerecht geworden und hätten sich zu wenig um Details des Jahrhundertbaus gekümmert.

Politischer Anspruch „kollidierte“ mit Ressourcen

„Der politische Anspruch, die Elbphilharmonie zu einem der zehn besten Konzerthäuser der Welt zu machen, kollidierte hart mit den knappen Geld- und Zeitressourcen“, sagte die Grünenpolitikerin Eva Gümbel. Die Organisation des Projekts an den Behörden vorbei mit der allein verantwortlichen Rege und die Heraushebung des „Machers“ Wegener habe Verzicht auf interne Prüf- und Kontrollmechanismen bedeutet. Außerdem seien die Baukosten künstlich niedrig kalkuliert und durch Übernahme von Bauherrenrisiken weiter gedrückt worden.

Der Bericht listet nach Ansicht der SPD minutiös die zahllosen Versäumnisse der Vorgängersenate auf: „Sei es die Ausschreibung auf Grundlage einer lückenhaften Planung, das Ignorieren von Warnsignalen oder der Irrglaube, wenn der Beton erst einmal fließt, werde sich alles nach hanseatischer Kaufmannstradition einvernehmlich zum Guten regeln lassen“, sagte der SPD-Politiker Frank Schmitt.

Nach Ansicht der Linken hatte der ehemalige Bürgermeister Ole von Beust (CDU) das Projekt Elbphilharmonie zwar zur Chefsache erklärt, sich dann aber nicht darum kümmern wollen. „Weder er noch die ihn beratende Senatskanzlei kamen ihren Kontrollpflichten ansatzweise nach. So konnte die Rege nach Belieben schalten und walten“, sagte Norbert Hackbusch. Diese Verantwortung könne jetzt nicht auf andere Projektbeteiligte abgewälzt werden. Die Linke sieht in der Übernahme der Bauherrenrolle für Hotel, Parkhaus und Gastronomie durch die Stadt im Sommer 2006 den eigentlichen Geburtsfehler des Projekts.

Vorwürfe auch gegen Architekten

Aber auch die Architekten Herzog & de Meuron und der Baukonzern Hochtief kommen in dem Bericht nicht gut weg. Weil fertige Baupläne nicht rechtzeitig vorgelegen hätten, sei es zu einer „chaotischen Situation einer aufwendigeren Planung parallel zum Bau“ gekommen. Über den Baukonzern Hochtief äußert der Bericht die Vermutung, das Unternehmen habe den Angebotspreis von Anfang an niedrig kalkuliert, um später Nachforderungen zu stellen.

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