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Großer Druck durch Ukraine-Krise

Die Börse Wien hat bereits eine Woche vor Weihnachten Bilanz über ein „bewegtes“ 2014 gezogen. Auf der positiven Seite: ein Rekord bei Unternehmensanleihen und eine gestiegenes Handelsvolumen. Auf der negativen: der Absturz des ATX in der zweiten Jahreshälfte.

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Während die Entwicklung erst noch positiv ausgesehen habe, hätten diverse „geopolitische Krisen“ den ATX später „verstärkt unter Druck“ gebracht. Die „Situation in der Ukraine und Russland und der damit verbundene Währungs- und Ölpreisverfall“ hätten Banken- und Erdöltitel (wie Raiffeisen Bank International/RBI und OMV)teils „massiv unter Druck gesetzt“, so Börsenvorstand Birgit Kuras in einer Aussendung zum Börsenjahr 2014. Sie verwies darin gleichzeitig auf Titel, die eine „sehr ansehnliche Performance“ hinlegten. Das waren vor allem Zumtobel, der Flughafen Wien, Lenzing und Do & Co.

ATX im Zehnjahresverlauf

Börse Wien

Konstant bergab: zwischen Hoch und Tief knapp 700 Punkte (über 25 Prozent)

Rekord bei Unternehmensanleihen

Als „Highlights“ des vergangene Jahres nannte die Wiener Börse die großen Kapitalerhöhungen (RBI, Porr, FACC, BKS Bank und Telekom Austria) mit einem Gesamtvolumen von etwa vier Mrd. Euro. Drei Neulingen im geregelten Markt (FACC, BUWOG und PIAG Immobilien) standen zwei Abgänge (A-Tec und Century Casinos) gegenüber, kurz vor Weihnachten wechselte noch der Baukonzern Porr in den prime market der Börse Wien.

Statistik neue Unternehmensanleihen

Börse Wien

37 neue Unternehmensanleihen mit über sieben Mrd. Euro Gesamtvolumen

Bei den Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) gab es im letzten Jahr 37 Neuzugänge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 7,2 Mrd. Euro, wobei jeweils rund die Hälfte davon von in- und ausländischen Unternehmen stammte. Die Marktkapitalisierung der Börse Wien belief sich per 15. Dezember laut eigenen Angaben auf 77,08 Mrd. Euro. Der Aktienumsatz lag das Jahr über um 22 Prozent über dem Niveau von 2013, durchschnittlich seien pro Monat rund 377.000 Transaktionen abgewickelt worden - um fast 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

„Vorsichtig optimistisch“ für 2015

Börsenvorstand Michael Buhl leitet daraus ab, dass die „oft kritisierte Liquidität“ am Handelsplatz Wien „einen anständigen Aufschwung erfahren“ habe. Das Umsatzvolumen liege auf einem „zufriedenstellend hohen Niveau“. Das deutliche Minus des ATX auf Jahressicht führt Kuras auf „Konjunktursorgen, zum Teil Gewinnwarnungen und Sondereffekte“ zurück.

Branchenmix im ATX

Börse Wien

Die Banken- und Erdöllastigkeit des ATX war 2014 nicht unbedingt von Vorteil

Für 2015 zeigte sie sich in der Aussendung „vorsichtig optimistisch“. Infolge des niedrigen Erdölpreises gesunkene Energiekosten, ein aus Exportsicht vergleichsweise günstiger Euro-Kurs und leicht verbesserte Wachstumsaussichten in Osteuropa sollten dem ATX wieder etwas auf die Sprünge helfen.

Buhl verwies auf die „gesunde Bilanzstruktur“ österreichischer Unternehmen und ihre vergleichsweise hohe Dividendenrendite (laut Börse durchschnittlich drei Prozent). Letztere mache Aktien auch „für private Investoren in Anbetracht des Niedrigzinsumfeldes äußerst attraktiv“. Es werde auch 2015 „kaum Veranlagungsalternativen zu Aktien geben“. Sowohl Buhl als auch Kuras hoffen auf weitere Neuzugänge, nachdem IPOs (Initial Public Offerings) in den letzten Jahren in Wien eher dünn gesät waren.

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