Selbstmordanschlag an der Grenze
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll am Wochenende die umkämpfte nordsyrische Stadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) erstmals von türkischem Gebiet aus angegriffen haben. Die Extremisten starteten nach Angaben kurdischer Verteidiger einen Großangriff auf den Grenzübergang im Norden Kobanes.
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Bei den Gefechten seien 23 kurdische Verteidiger ums Leben gekommen, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London am Sonntag. Türkische Beamte hatten zuvor den Vorwurf, Attentäter seien aus der Türkei nach Kobane eingedrungen, als „Lüge“ zurückgewiesen.
Stadt seit Wochen stark umkämpft
Nach Angaben von Kurdensprecher Ismet Hassan begann der Angriff mit dem Selbstmordanschlag eines Dschihadisten auf den Grenzübergang. Er sei Samstagfrüh aus der Türkei mit einem Auto auf die syrische Seite gefahren und habe sich in die Luft gesprengt, sagte Hassan der dpa. Danach habe es heftige Kämpfe gegeben.
Die IS-Miliz versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen. Der Übergang zur Türkei im Norden ist die einzige Verbindung der vor allem von Kurden bewohnten Stadt zur Außenwelt. Bisher hatten die IS-Kämpfer die Grenzstadt Kobane von den drei auf syrischer Seite gelegenen Himmelsrichtungen angegriffen. Eine von den USA angeführte internationale Koalition unterstützt die kurdischen Verteidiger mit Luftschlägen gegen IS-Stellungen.
30 Luftschläge gegen IS in Rakka
Die Miliz selbst habe sich zu insgesamt drei Selbstmordattentaten an dem Grenzübergang bekannt, berichtete die Expertenplattform SITE, die Internetaktivitäten von Dschihadisten auswertet. Kritiker hatten der Türkei in der Vergangenheit häufiger vorgehalten, sie unterstütze die IS-Terrormiliz. Einer der Vorwürfe lautet, die Regierung in Ankara hindere Extremisten nicht daran, die Grenze zu Syrien zu überqueren.
In der ostsyrischen Stadt al-Rakka, die Hochburg der IS-Miliz, hatte die internationale Koalition in der Nacht auf Sonntag mindestens 30 Luftschläge geflogen. Die Angriffe konzentrierten sich nach Angaben der Beobachtungsstelle auf eine von den Dschihadisten eroberte Militärbasis des syrischen Regimes nahe al-Rakka. Mindestens sieben Menschen seien getötet worden.
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