Lehman-Pleite lieferte Initialzündung
Seit 2008 hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit dem Ankauf von Staats- und Hypothekenanleihen unglaubliche 3,5 Bio. Dollar (etwa 2,75 Mrd. Euro) in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. Damit verfolgte sie das Ziel, die Zinsen weiter zu drücken und die Konjunktur nach der Finanzkrise zu stützen.
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Anlässlich ihrer Zinssitzung am Mittwoch verkündete die Fed nun wie erwartet den Ausstieg aus dem Quantitive Easing (QE). Zentralbanken greifen auf dieses geldpolitische Instrument zurück, wenn der Leitzins bereits nahe null Prozent liegt.
Um die Geldmenge weiter auszudehnen, kaufen sie in großem Stil Staatsanleihen oder hypothekenbesicherte Wertpapiere an. Das führt an den Märkten zu langfristig sinkenden Zinsen und macht es für Unternehmen und Privathaushalte billiger, sich einen Kredit zu besorgen.
Mehrere Programme
Die erste Phase des QE läutete die Fed im November 2008 ein, gut zwei Monate nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers. Ein durch schlecht abgesicherte Immobilienpapiere ausgelöster Strudel drohte das gesamte Finanzsystem in den Abgrund zu reißen. In der Not senkte die US-Notenbank den Leitzins auf ein Rekordtief nahe null Prozent und kaufte bis März 2010 Anleihen im Umfang von 1,75 Bio. Dollar.
Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche und der Krise in der Euro-Zone startete die Fed dann im November 2010 eine zweite Phase des QE. Bis Juni 2011 wurden Staatspapiere im Wert von 600 Mrd. Dollar erworben. Weitere geldpolitische Unterstützung leistete die Fed mit der „Operation Twist“, bei der sie von September 2011 bis Ende 2012 kurzfristige Staatsanleihen in Papiere mit längerer Laufzeit umtauschte.
Schrittweiser Rückzug
Im September 2012 kündigte die US-Notenbank das dritte QE-Programm an, dessen monatliches Volumen von zunächst 40 auf 85 Mrd. Dollar anwuchs. Angesichts der Erholung auf dem Arbeitsmarkt begann die Notenbank dann mit der schrittweisen Reduzierung der Anleihenkäufe. Um die Konjunktur nicht abzuwürgen, will die Fed ihren Anleihenbestand zunächst halten. In den kommenden Jahren steht sie aber vor der Herausforderung, durch Anleihenverkäufe und einen höheren Leitzins die überschüssige Liquidität wieder aus den Märkten zu ziehen.
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