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„Substanzielle Verbesserung“ der Lage

Mehr als fünf Jahre nach dem Ende der schweren Rezession in den USA beendet die Notenbank Federal Reserve (Fed) ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm zur Stützung der Konjunktur. Die Aussichten für die heimische Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Preisstabilität hätten sich weiter verbessert, erklärte die Zentralbank am Mittwoch in Washington zur Begründung.

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Den Leitzins ließ die Fed dagegen unverändert zwischen null und 0,25 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er seit Ende 2008. Die Notenbank blieb in ihrer Mitteilung auch bei der Formulierung, den Zins noch für „beträchtliche Zeit“ in dieser Spanne zu halten. Ursache dafür sei vor allem die niedrige Inflation. Die Teuerungsrate liegt laut Fed bei 1,5 Prozent - 0,5 Prozentpunkte unter ihrem Zielwert.

Zinswende nach oben kaum vor Mitte 2015

Zugleich zeigten sich die Notenbanker aber offener denn je für die erste Zinserhöhung seit rund acht Jahren. Sollten sich die Inflation und der Arbeitsmarkt schneller in Richtung der angepeilten Ziele bewegen als momentan abzusehen, werde sich eine Anhebung des Leitzinses „wahrscheinlich schneller ereignen als derzeit erwartet“, schrieb die Notenbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Kommunique nach der zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses. Analysten schätzen, dass die Zinswende Mitte 2015 zu erwarten ist.

Der Offenmarktausschuss erklärte nach zweitägiger Sitzung, dass es seit dem Beginn des aktuellen Programms vor zwei Jahren eine „substanzielle Verbesserung“ der Lage auf dem Arbeitsmarkt gegeben habe. Der Wirtschaft liege nun „ausreichend Kraft zugrunde“, um auf dem Weg zur Vollbeschäftigung weiter Fortschritte zu machen. „Demzufolge hat der Ausschuss entschieden, sein Programm zum Anleihenkauf diesen Monat zu beenden“, hieß es in der Mitteilung.

Astronomische Summen in Wirtschaft gepumpt

Die US-Zentralbank hatte im Herbst 2012 begonnen, langfristige Staatsanleihen und Immobilienwertpapiere im Wert von 85 Mrd. Dollar (66 Mrd. Euro) monatlich zu kaufen. Die Maßnahme, mit der gewaltige Geldsummen in die Wirtschaft gepumpt wurden, sollte helfen, den langfristigen Zins zu drücken. Entsprechend günstige Kredite sollten Unternehmen zum Investieren und Bürger zum Konsum ermuntern.

Das Programm, das mit Ende des Monats ausläuft, war das dritte zur quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE, Anm.) in der US-Geldpolitik seit dem Beginn der zurückliegenden schweren Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007. Bereits zuvor hatte die Fed mehr als zwei Billionen Dollar an frischem Geld „gedruckt“. Insgesamt waren es seit 2008 rund 3,5 Bio. Dollar (etwa 2,75 Bio. Euro).

Vorsichtiger Ausstieg

Seit Anfang dieses Jahres fuhr sie das QE3 in gleichmäßigen Schritten zurück - zuletzt umfasste es noch 15 Mrd. Dollar monatlich. Um die Konjunktur nicht abzuwürgen, will die Fed den Anleihenbestand aber vorerst nicht zurückfahren und fällige Papiere reinvestieren. Auf die jüngsten Turbulenzen an internationalen Finanzmärkten oder die verschlechterten Aussichten für die Weltwirtschaft ging die US-Notenbank in ihrer Mitteilung am Mittwoch nicht ein.

Der Notenbank zufolge wächst die US-Wirtschaft weiter mit „moderater Geschwindigkeit“. Die „Unterauslastung“ auf dem Arbeitsmarkt gehe allmählich zurück. Die US-Arbeitslosenquote stand zuletzt bei 5,9 Prozent. Dieses Niveau verzeichnete der Jobmarkt zuletzt im Sommer 2008, bevor die Finanzkrise mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers eskalierte.

Die US-Börsen nahmen die Ankündigung des Ausstiegs aus dem QE-Programm und die Zinsperspektive eher gelassen und schlossen mit moderaten Verlusten. Der Dow Jones Industrial Index fiel um 0,18 Prozent auf 16.974,31 Punkte, der breiter gefasste Standard & Poor’s 500 (S&P-500) Index verlor 0,14 Prozent auf 1.982,30 Zähler. Der technologielastige NASDAQ Composite Index gab um 0,33 Prozent auf 4.549,23 Punkte nach.

Ex-Fed-Chef rechnet mit Finanzstress

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan hält ein reibungsloses Ende der ultralockeren Geldpolitik für unwahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass das möglich ist“, sagte Greenspan am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Denkfabrik Council of Foreign Relations in New York. „Wir haben noch nie Erfahrungen mit einer vergleichbaren Situation gemacht, also werde ich nicht exakt vorhersagen können, wie es ausgeht“, sagte er weiter.

Der ehemalige Fed-Chef ist selbst umstritten. Viele Ökonomen halten ihm vor, die geldpolitischen Zügel nach dem Dotcom-Crash zu lange locker gelassen zu haben. So sei der Boden für die Spekulationsblase am US-Häusermarkt bereitet worden, die 2007 platzte und zu einer Rezession der Weltwirtschaft führte. Auf diese Vorwürfe angesprochen, sagte Greenspan, er würde wieder so handeln.

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