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„Dem Teufel meine Seele verkauft“

Der abtrünnige Mafioso Gaspare Spatuzza hat bei einem Prozess Anfang des Monats gestanden, für 40 Auftragsmorde verantwortlich zu sein. „Ich habe mich an monströsen Dingen beteiligt und dem Teufel meine Seele verkauft“, sagte Spatuzza, der bereits 1997 in Palermo festgenommen worden war.

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„Ich bitte die Opfer, ihre Angehörigen und meine Stadt Palermo um Verzeihung“, sagte der „Pentito“ - wie „Reuige“, die mit der Schweigepflicht („Omerta“) der Cosa Nostra, brechen, genannt werden. Der 50-Jährige wurde bei dem Prozess in Mailand per Videoschaltung live aus dem Gefängnis vernommen. „Jetzt kann ich ruhig schlafen, weil ich für das Gesetz das tue, was ich machen kann. Mein Leben ist in den Händen Gottes“, sagte der Sizilianer.

Hinweise auf früheren Pakt mit Politik

Die Anti-Mafia-Ermittlungen über die Anschläge der Cosa Nostra im Jahr 1993 haben dank den Aussagen des reumütigen Spatuzza neuen Auftrieb erhalten. Mit der Ermordung der Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino sowie mit Bombenanschlägen habe die Cosa Nostra dem Staat zu Beginn der 90er Jahre eine Art Nichtangriffspakt aufzwingen wollen, berichtete Spatuzza. Dieser vermeintliche Pakt war auch Thema bei einem Prozesstag, bei dem am Dienstag in Rom Staatspräsident Giorgio Napolitano als Zeuge im Präsidentenpalast auftrat.

Bei dem Anschlag in der Via Palestro in Mailand hatte eine Autobombe im Juli 1993 im Stadtzentrum fünf Menschen getötet. Unter den Opfern waren drei Feuerwehrleute und ein Polizist. Das fünfte Todesopfer war ein Mann, der in einem angrenzenden Park geschlafen hatte. Sieben Menschen wurden bei der Explosion verletzt. Ein anonymer Anrufer hatte zuvor die Feuerwehr auf einen brennenden Fiat Uno aufmerksam gemacht. Kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehrmänner explodierte die Bombe.

Zwei Bosse festgenommen

Fast gleichzeitig mit dem Prozess in Mailand wurde Anfang des Monats ein seit mehreren Jahren gesuchter Mafia-Boss auf der Mittelmeer-Insel Malta festgenommen. Der 56-Jährige war seit 2009 auf der Flucht und unter anderem wegen Mordes bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er war zu Beginn der 1990er Jahre einer der Protagonisten einer blutigen Mafia-Fehde und spielte nach Angaben der Ermittler bis heute eine wichtige Rolle in einem sizilianischen Mafia-Clan. Der Festnahme waren monatelange Ermittlungen auf Sizilien und Malta vorausgegangen, bei denen die Behörden eng zusammenarbeiteten.

Waffenhandel, Erpressung, Brandstiftung, Mord

Im September war zuvor der spanischen Polizei ein ranghohes Mitglied der italienischen Mafia auf der Insel Ibiza ins Netz gegangen. Der 53-Jährige habe sich dort seit einigen Monaten aufgehalten, teilte die Policia Nacional mit. Der Mann sei per europäischen Haftbefehl gesucht worden. Ihm werden die Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Waffenhandel, Erpressung und Brandstiftung vorgeworfen.

Der Verdächtige habe den Erkenntnissen der italienischen Behörden zufolge zwischen 1990 und 2002 einem Clan der neapolitanischen Camorra angehört. Er sei vor allem für die Finanzen und die Waffen der Organisation zuständig gewesen. Der Clan D’Agostino-Panella sei auch vor Mord nicht zurückgeschreckt und war in Drogenhandel verstrickt.

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