Fiat verabschiedet sich von Mailänder Börse
Die traditionsreiche Fabbrica Italiana Automobili Torino, kurz Fiat, kehrt ihrem Heimatland Italien den Rücken und vollzieht am Sonntag offiziell die Fusion mit dem US-Autobauer Chrysler. Der neue Konzern Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wird seinen Hauptsitz dann nicht mehr in der einst namensgebenden Stadt im Piemont haben. Der Sitz des neuen Konzerns wird aus steuerlichen Gründen nach London verlegt, das Unternehmen nach niederländischem Recht organisiert. Und die Autowelt muss sich an eine neue Abkürzung gewöhnen: FCA.
Bereits heute nahm der alte Fiat-Konzern nach 111 Jahren Abschied von der Mailänder Börse. Ab Montag werden dann die neuen FCA-Aktien gehandelt - sowohl an der Wall Street in New York als auch als Zweitnotiz auf dem Parkett in Mailand.
Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte jahrelang auf die transatlantische Ehe seines kränkelnden Fiat-Konzerns mit dem zuvor insolventen US-Autobauer Chrysler hingearbeitet. Anfang 2014 übernahm Fiat dann schließlich Chrysler komplett. Es bleibt abzuwarten, wie der neue Konzern funktioniert. Marchionne selbst hat bereits seinen Abschied für 2018 angekündigt. Und in der Autowelt ist schon einmal eine Fusion eines europäischen Autobauers mit Chrysler gescheitert: die Ehe Daimler-Chrysler.