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„So viele Modelle wie noch nie“

Im Herbst blickt die Autowelt traditionell nach Paris. Und bei der diesjährigen Auflage der Mondial de l’Automobil gilt es für die krisengeschüttelte Branche, offenbar stärker als in den letzten Jahren, Zeichen von Optimismus zu verstreuen. Dafür spricht eine bisher wohl beispiellose Modelloffensive, wobei nicht zuletzt Frankreichs Autobauer das Feld nicht mehr kampflos der Konkurrenz überlassen wollen.

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„So viele Modelle wie noch nie“, heißt es etwa in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“) angesichts der rund 100 in Paris vorgestellten Neuheiten, und die Palette reicht von einem unübersehbaren Trend zum Kleinwagen bis hin zum elektrobetriebenen 910-PS-Supersportwagen. Als „gravierenden Unterschied zu den vergangenen Messen“ ortet der „Spiegel“ dabei, dass die diesjährigen Stars des Autosalons nicht aus Deutschland kommen, sondern „von Marken, denen man so einen Auftritt kaum mehr zugetraut hätte“.

Besucher auf der Automesse in Paris

Reuters/Jacky Naegelen

Frankreich versucht heuer in Paris seinen Heimvorteil verstärkt zu nutzen

„Symbol für Neuanfang“

Deutschland setzt demnach weitgehend auf Nischenmodelle: Genannt wurden beispielsweise der Mercedes AMG GT, Audis neuer TT Roadster sowie der überarbeitete X6 und das 2er Cabrio von BMW. Hingegen feiert die totgeglaubte britische Automobilindustrie - mit einem neuen Land Rover Discovery Sport und Jaguar mit dem XE - in Paris gleich eine Doppelpremiere. „Aus dem Wachkoma zurück“ meldet sich mit dem XC90 zudem Volvo. Mit „etlichen innovativen und zum Teil überraschenden Konzeptfahrzeugen“ zeigen laut „Neuer Zürcher Zeitung“ („NZZ“) nicht zuletzt die französischen Autohersteller auf.

DS-CEO Yves Bonnefont präsentiert den Divine DS

Reuters/Benoit Tessier

DS-Chef Yves Bonnefont präsentiert die Konzeptstudie Divine

Als einer der Stars der diesjährigen Automesse gilt hier etwa das Konzeptauto Divine der Citroen-Modellreihe DS. „Göttliche Autos sollen Frankreichs Ehre retten“, so die „Welt“ mit Verweis auf die Namensgebung des Prototypen, der gleichzeitig bereits als „Symbol für den Neuanfang von PSA Peugeot Citroen“ und damit Europas zweitgrößten Autobauer gehandelt wird.

Aufwarten kann PSA aber auch mit Neuheiten im Kleinwagensektor, wobei man mit dem C3 XR und dem City-SUV Concept Citroen C1 Urban Ride auch in der Nische der kleinen und kompakten SUVs etwa dem Mini Countryman, Fiats 500X und der SUV-Version von Opels Mokka die Stirn bieten will.

500-PS-Hybrid-SUV von Peugeot

Neben Kleinwagen - wie einem neuen Opel Corsa, Smart und Renault Twingo - bildet das SUV-Segment ohnehin nach wie vor einen Schwerpunkt in der Modellplanung der Autobauer. Während etwa Suzuki (Vitara) und Honda (CR-V) auf überarbeitete Erfolgsmodelle setzen, wagt Peugeot mit seinem 500 PS starken Quartz auch einen weit gewagteren Blick in die Zukunft. Mit einem ebenfalls PS-starken Hybrid sorgt zudem Lamborghinis Asterion in dem ohnehin publikumswirksamen Segment der Sport- und Supersportwagen für Aufsehen.

Peugeot Quartz

Reuters/Benoit Tessier

Ebenfalls aus dem Haus PSA: der Peugeot Quartz

Weit familientauglicher zeigen sich indes weitere in Paris präsentierte Spritsparmodelle, darunter etwa Citroens Zweiliter-Cactus Airflow 2L Concept und Renaults Studie Eolab, der als „zukunftsweisender Technologieträger“ mit einem Liter Superbenzin auf 100 Kilometer auskommen soll. Abseits davon stellt Van-Pionier Renault auch seinen neuen Espace in die Auslage - ein Marktsegment, in dem etwa auch Ford mit seinem ebenfalls rundumerneuerten S-Max weiter punkten will.

Renault Espace

Reuters/Benoit Tessier

Eine der zahlreichen Neuauflagen in Paris: Renaults Espace

„Interesse an Neuwagen auf Tiefpunkt“

So wie andere Branchenvertreter zeigte sich Ford-Europa-Chef Stephen Odell durchaus optimistisch und ortet für die gesamte Autoindustrie derzeit „einen moderaten Aufwärtstrend“. Experten zeigen sich dennoch skeptisch und verweisen auf das im Vergleich zum guten Jahresstart mittlerweile wieder deutlich abgeflachte Wachstum. Zuletzt bereiteten zudem die Turbulenzen im Russland-Geschäft zusätzliche Hürden, weswegen etwa bei General Motors erst 2016 wieder mit schwarzen Zahlen im Europageschäft gerechnet wird.

Nach Ansicht der deutschsprachigen Ausgabe des „Wall Street Journals“ („WSJ“) haben die Zukunftsprognosen der Autoexperten jedenfalls durchaus „das Zeug, die Stimmung auf dem Pariser Autosalon zu verderben“. Als beispielhaft wurde hierbei die Entwicklung im Gastgeberland selbst genannt, da in Frankreich „das Interesse an Neuwagen besonders hartnäckig auf einem Tiefpunkt“ verharre.

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