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Wunschstadt Hongkong

Fast die Hälfte der superreichen Chinesen plant einer Studie zufolge, in den kommenden fünf Jahren das Kernland zu verlassen. Von 2.000 Befragten gaben 30 Prozent die Sonderverwaltungszone Hongkong als bevorzugtes Ausreiseziel an, wie die Vermögensverwaltung Barclays Wealth mitteilte.

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Weitere 23 Prozent nannten Kanada als Wunschdestination - obwohl das Land kürzlich ein unter reichen Chinesen beliebtes Anwerbeprogramm für ausländische Investoren beendet hatte.

Boom bremst sich ein

Die Gesamtzahl der Ausreisewilligen wurde in der Barclays-Wealth-Studie mit 47 Prozent angegeben. Als Gründe nannten die Befragten vor allem bessere Ausbildungs- und Berufschancen für ihre Kinder außerhalb des chinesischen Kernlands. China hatte in den vergangenen Jahrzehnten hohe Wachstumsraten zu verzeichnen. In jüngster Zeit mehrt sich aber die Unsicherheit hinsichtlich der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Zudem machen vor allem in den Großstädten immense Umweltprobleme den Menschen zu schaffen.

Asien bald reicher als Westeuropa

Dennoch wächst der Reichtum in China weiter. So legten die privaten Vermögen nach einer Berechnungen der Boston Consulting Group im vergangenen Jahr um 49,2 Prozent zu. Zum Vergleich: Die Privatvermögen in Westeuropa wuchsen um 5,2 Prozent. Dank China wird nach einer Studie der asiatisch-pazifische Raum ohne Japan noch in diesem Jahr Westeuropa als zweitreichste Region ablösen und sich 2018 auch vor die USA schieben.

Weltweit legten die Privatvermögen nach Angaben der Beratungsfirma um 14,6 Prozent auf 152 Billionen US-Dollar (112 Billionen Euro) zu und damit fast doppelt so stark wie 2012. Haupttreiber waren neben den Schwellenländern die gut laufenden Aktienmärkte, die vom billigen Geld der Notenbanken profitieren.

Der starke Vermögenszuwachs bringt auch immer mehr Dollarmillionäre hervor. Im vergangenen Jahr kletterte die Zahl der reichen Haushalte den Angaben zufolge von 13,7 auf 16,3 Millionen. Fast die Hälfte der Millionäre sitzt demnach in den USA, gefolgt von China und Japan. Die höchste Millionärsdichte hat Katar mit 175 je 1.000 Haushalten, gefolgt von der Schweiz mit 127 und Singapur mit 100.

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