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Bremseffekt durch Fußball-WM

Brasiliens Regierung hat die Wachstumsprognose für 2014 deutlich nach unten korrigiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach Einschätzung des Planungsministeriums in diesem Jahr nur um 0,9 Prozent zulegen, wie am Montag aus einem Zweimonatsbericht hervorgeht. Damit senkte die Regierung ihre Prognose von bisher 1,8 Prozent um 0,9 Prozentpunkte.

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Marktanalysten hatten den Abwärtsschritt schon länger vollzogen und sind noch pessimistischer. Sie schraubten zuletzt ihre Erwartungen auf nur 0,3 Prozent BIP-Wachstum im laufenden Jahr hinunter.

Industrieproduktion deutlich abgesackt

Damit ist das Schwellenland Brasilien bereits nach zwei aufeinanderfolgenden Minusquartalen in der technischen Rezession. Vor allem die Industrieproduktion sackte in den vergangenen Monaten deutlich ab. 2013 hatte das BIP der siebentgrößten Volkswirtschaft der Welt noch um 2,3 Prozent zugelegt.

Anders als erwartet hatte die Fußball-Weltmeisterschaft im Juni und Juli sogar einen Bremseffekt für die Wirtschaft: Fabriken drosselten an den Spieltagen ihre Produktion, da Städte wegen der Partien Feiertage ausriefen. Die Behörden wollten damit Verkehrsstaus und andere logistische Probleme rund um die WM-Stadien vermeiden.

Rousseff betont Abhängigkeit von den USA

Dass die Konjunktur nun auf Schrumpfkurs geraten ist, kommt für das Land dennoch überraschend. Präsidentin Dilma Rousseff, die am 5. Oktober vor Wahlen steht, erklärte am Montag, dass die ökonomische Situation in dem größten lateinamerikanischen Land stark von der wirtschaftlichen Entwicklung der USA abhänge. Anfang des Jahres hatte die Regierung noch mit einem Wachstum von 2,5 Prozent gerechnet.

Unter Rousseffs Regierung hat das einst kräftig wachsende Schwellenland konjunkturell einen Gang zurückgeschaltet. Als Alarmzeichen gilt, dass die Investitionen im Frühjahr um 5,3 Prozent einbrachen und die Industrie nunmehr vier Quartale in Folge schrumpft. Nach Ansicht des Ökonomen Eduardo Velho vom Investmentfonds INVX Global muss Brasilien seine Anstrengungen verstärken, wettbewerbsfähiger zu werden und die Produktivität zu steigern.

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Brasilianische Regierung