Immer mehr wollen Unabhängigkeit
Der Wunsch nach einer Abspaltung von Spanien ist in Katalonien erst in den vergangenen Jahren deutlich stärker geworden. Im Zuge der Wirtschaftskrise glauben immer mehr Katalanen, ein unabhängiges Katalonien würde einen höheren Lebensstandard genießen.
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Als Demütigung empfanden zudem viele Katalanen die Entscheidung des Madrider Verfassungsgerichts, mehrere Passagen im Autonomiestatut Kataloniens für illegal zu erklären. Nach jüngsten Umfragen wuchs der Anteil der Separatisten an den 7,6 Millionen Einwohnern der wirtschaftsstärksten Region Spaniens in wenigen Jahren von 20 auf über 50 Prozent.
Referendum auch gegen ein gerichtliches „Nein“
Bis auf wenige Ausnahmen unterstützen Parteien aller Couleur im Regionalparlament in Barcelona die Unabhängigkeitspläne. Die in einer Koalition mitregierenden Linksrepublikaner (Esquerra Republicana de Catalunya, ERC) riefen dazu auf, ein Referendum über die Zukunft Kataloniens auch gegen ein Nein des Verfassungsgerichts durchzusetzen.
Dem Wunsch des Volkes konnte sich schließlich auch Regierungschef Artur Mas vom gemäßigteren liberal-christdemokratischen Parteienbündnis Convergencia i Unio (CiU) nicht verschließen. Am Samstag unterzeichnete er ein Dekret zur Abhaltung des Referendums am 9. November - infolge der Annahme der Verfassungsklage der spanischen Regierung wird die Abstimmung allerdings heuer nicht mehr stattfinden, es wurde für mindestens fünf Monate ausgesetzt.
Bürgerinitiativen und Jugendgruppen
Außerhalb des Parlaments gibt es zahlreiche Organisationen, Bürgerinitiativen und Jugendgruppen, die eine Trennung von Spanien fordern. Einen Blitzaufstieg erlebte dabei die erst seit drei Jahren existierende Katalanische Nationalversammlung (Assemblea Nacional Catalana, ANC), die inzwischen nach eigenen Angaben 55.000 Mitglieder hat. Sie ist einer der Hauptveranstalter der Massenkundgebung anlässlich des katalanischen „Nationalfeiertags“ am 11. September. „Katalonien wird unabhängig sein“, versichert die ANC-Präsidentin und Literaturprofessorin Carme Forcadell.
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