Anrainer befürchteten Erdbeben
Ein Meteorit ist auf dem Gebiet der nicaraguanischen Hauptstadt Managua eingeschlagen und hat einen großen Krater hinterlassen. Wie durch ein Wunder wurde bei dem Vorfall gegen Mitternacht in der Nacht auf Sonntag in einem bewaldeten Gelände nahe dem internationalen Flughafen der Millionenstadt niemand verletzt, wie Behördenvertreter am Sonntag sagten.
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Der Krater hat einen Durchmesser von zwölf Metern und 5,5 Meter Tiefe, wie Wilfredo Strauss vom geophysischen Institut INETER sagte. „Wir sind sicher, dass er von einem Meteoriten stammt“. Der Meteorit sei in einem Winkel von etwa 50 Grad eingeschlagen. Es wurde allerdings keine Lichterscheinung beobachtet. Die Erschütterungen waren so stark, dass sie von Messinstrumenten der Erdbebenwarte aufgezeichnet wurden. Darauf sind laut dem Geophysiker „zwei Wellen“ verzeichnet: eine kleinere von der durch den Einschlag ausgelösten Erschütterung und eine stärkere vom Knall.

APA/AP/Nicaraguan Army
Anders als in den meisten Fällen ereignete sich dieser Einschlag in der Nähe eines bewohnten Gebiets
„Könnte Eis oder Stein sein“
Es sei noch unklar, ob der Meteorit komplett verbrannt oder in den Boden eingedrungen sei, sagte ein weiterer Behördenvertreter. Die Regierung will sich mit US-Geologen über den Vorfall austauschen. Humberto Garciy vom Astronomieinstitut der Universität von Nicaragua sagte, der Meteorit könnte in Verbidung mit dem Asteroiden stehen, der Samstagnacht an der Erde vorbeiflog. „Wir müssen es untersuchen. Es könnte Eis oder Stein sein“, so der Wissenschaftler.
Anrainer berichten von Explosion
Anrainer am Einschlagsort in einem Wald berichteten, sie hätten an eine Explosion geglaubt. Flüssigkeit, Sand und Staub seien in die Luft geschleudert worden, dann habe es nach etwas Verbranntem gerochen. Mehrere hundert Menschen verließen ihre Wohnungen in der Furcht, es handle sich um ein Erdbeben. Der Krater befindet sich auf dem Gelände einer neben dem zivilen Flughafen gelegenen Luftwaffenbasis. Nur Journalisten der staatlichen Medien durften den Ort besichtigen. Jährlich werden weltweit etwa fünf Meteoritenfälle verzeichnet.
Erinnerungen an Meteoriten von Tscheljabinsk
Am 15. Februar 2013 war rund 30 Kilometer über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk ein etwa 20 Meter großer Meteorit explodiert - mit einer geschätzten Energie von 500 bis 600 Kilotonnen TNT. Das entspricht dem 30- bis 40-Fachen der Hiroshima-Atombombe. Die Druckwelle beschädigte rund 7.000 Gebäude in der Region am Ural. Geborstene Fensterscheiben verletzten etwa 1.500 Menschen.
In den Wochen und Monaten danach wurden mehr als 100 Bruchstücke des Meteoriten gefunden, zum Teil Hunderte Kilogramm schwer. Der Stein aus dem All soll ursprünglich ein Gewicht von 10.000 Tonnen gehabt haben. Mindestens 76 Prozent des Meteoriten verdampften bei der Explosion.
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