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WHO legt ersten globalen Bericht vor

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat alle Staaten aufgerufen, mehr gegen die hohe Zahl an Suiziden zu tun. Dass sich weltweit jedes Jahr 804.000 Menschen umbringen und noch weit mehr dies versuchen, sei „eine riesige, ignorierte Tragödie“, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zur Veröffentlichung des ersten globalen WHO-Berichts zur Suizidprävention am Donnertag in Genf.

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Alle 40 Sekunden töte sich irgendwo auf der Welt ein Mann, eine Frau oder - wenn auch seltener - ein Kind, heißt es im 92-seitigen Bericht. Auf jeden Suizid kommen demnach 20 Versuche. Weit größere Anstrengungen als bisher seien nötig, um gefährdeten Menschen zu helfen, forderte die WHO. „Selbsttötungen können verhindert werden“, betonte Chan. Leider gebe es aber bisher in nur 28 Staaten nationale Programme zur Suizidprävention.

„Verheerende“ Folgen

Selbsttötungen hätten „verheerende“ Folgen für die Familien und Freunde, die lange Zeit darunter litten, schreiben die Autoren. Besonders betroffen sind demnach die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen, vor allem Menschen, die unter Diskriminierung oder Armut leiden. Selbsttötungen seien ein „großes Problem für die öffentliche Gesundheit, das ohne Verzögerung angegangenen werden muss“, betonte die WHO.

Bisher werde das verhindert, weil das Thema „tabuisiert und stigmatisiert“ werde. Dabei gebe es Möglichkeiten, einzugreifen und gefährdete Menschen zu behandeln. Selbsttötungen vorzubeugen sei eine komplexe Aufgabe, bei der alle Bereiche der Gesellschaft zusammenwirken müssten - das Gesundheitswesen ebenso wie Schulen, Justiz, Wirtschaft und auch Medien, hieß es vonseiten der WHO.

Österreich: Suizidrate leicht über dem Schnitt

Die Suizidrate lag 2012 bei 11,4 von 100.000 Menschen. Die Länder mit den höchsten Quoten sind Guyana (44,2 auf 100.000), Nordkorea (38,5) und Südkorea (28,9). Auch in Sri Lanka und Litauen lag sie bei mehr als 28. Bei jungen Menschen von 15 bis 29 Jahren ist Suizid die zweithäufigste Todesursache. Am höchsten ist die Quote bei Menschen über 70 Jahren. Bei Männern ist jeder zweite gewaltsame Tod eine Selbsttötung, bei den Frauen sind es 71 Prozent.

In Österreich liegt die Suizidrate mit 11,5 von 100.000 leicht über dem weltweiten Schnitt. Auch hierzulande töten sich markant mehr Männer selbst. Anlass zur Hoffnung gibt allerdings der Rückgang zwischen 2000 und 2010 - dieser liegt mit minus 29,7 Prozent über dem weltweiten Schnitt.

Auch Medien in der Verantwortung

Um Selbsttötungen zu verhindern, sieht die WHO neben den Regierungen auch die Medien in der Verantwortung. Diese müssten auf unnötige Einzelheiten insbesondere bei der Berichterstattung über prominente Fälle verzichten. Sensationslüsterne und glorifizierende Berichte könnten Nachahmer dazu bringen, sich das Leben zu nehmen. Das Internet und Soziale Medien böten aus Sicht der WHO-Experten dagegen die Möglichkeit zu einer „universellen Strategie zur Suizidprävention“.

In dem Bericht wird auf Diskussionsforen mit Ärzten verwiesen, auf Onlinetherapien und virtuelle Selbsthilfeprogramme. Die WHO fordert zudem, die Verfügbarkeit von Waffen und potenziell tödlichen Medikamenten einzuschränken, die in etlichen Ländern viel zu einfach zu bekommen seien. Zu den vermeidbaren gesellschaftlichen Ursachen gehöre vor allem die Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen mit psychischen Problemen oder Suchtproblemen.

Zehn Jahre Forschungsarbeit

Im Bericht stecken zehn Jahre Forschungsarbeit aus Ländern der ganzen Welt - er wurde im Vorfeld des Welttages der Suizidprävention am 10. September veröffentlicht. Chan verwies darauf, dass alle 194 Mitgliedsstaaten der WHO im vergangenen Jahr einem Aktionsplan zugestimmt haben, der die Reduzierung von Selbsttötungen um zehn Prozent bis zum Jahr 2020 zum Ziel hat.

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