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Luftangriffe gegen IS auch in Syrien?

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als extreme Bedrohung für die USA bezeichnet. „Es ist weit mehr als eine Terrorgruppe“, sagte Hagel am Donnerstag im Pentagon nahe Washington. Die Miliz sei „so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere“. Der Minister schloss nicht aus, auch Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien in Betracht zu ziehen.

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„Wir denken über alle Optionen nach“, sagte er auf konkrete Nachfrage eines Reporters. Generalstabschef Martin Dempsey sagte bei derselben Pressekonferenz, die Organisation könne nicht besiegt werden, ohne ihren Arm in Syrien ins Kalkül zu ziehen. Sollte sich die Dschihadistenmiliz über die gesamte Region ausbreiten und dauerhaft ihr „Kalifat“ einrichten, würde das den gesamten Nahen Osten verändern und eine vielfältige Bedrohung darstellen.

Dempsey fügte hinzu, die IS-Kämpfer könnten in die Schranken gewiesen und dann geschlagen werden. Dafür müssten sie beiderseits der irakisch-syrischen Grenze angegriffen werden. Das sei möglich, wenn es eine „zum Sieg über den Islamischen Staat fähige Koalition“ gebe. Dazu könnten auch gemäßigte syrische Rebellen gehören.

Hoffen auf Bündnis gegen IS

„Das wird passieren, wenn wir ein Bündnis in der Region haben, das die Aufgabe übernimmt, IS langfristig zu besiegen“, sagte Dempsey mit Blick auf die internationale Gemeinschaft. Luftangriffe seien aber nur ein kleiner Teil der dafür notwendigen Werkzeuge. Er wolle aber nicht ankündigen, dass die USA sie ausführen würden, betonte er.

Hagel kündigte eine Fortsetzung der Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak an. „Wir verfolgen eine langfristige Strategie.“ Er betonte aber, dass der US-Einsatz klar eingegrenzt sei. Um die Extremisten vollständig zu besiegen, müsse der Irak seine innenpolitischen Probleme in den Griff bekommen, so Hagel.

Foleys Tod Angriff auf die USA

Zu den Umständen des nach jüngsten US-Angaben im Juli gescheiterten Befreiungsversuchs für den von IS-Kämpfern als Geisel genommenen und später enthaupteten Journalisten James Foley machte der Minister keine Angaben. Er sagte lediglich, die Ermordung des Reporters sei ein „weiteres Beispiel für die barbarische und unerbittliche Ideologie“ der Gruppe.

Die US-Regierung bewertet die Enthauptung des US-Journalisten James Foley durch IS als einen Anschlag auf die USA, sagte Ben Rhodes, Sprecher des nationalen Sicherheitsrates am Freitag. Man werde alles Notwendige tun, um dieser Herausforderung zu begegnen. Der Kampf gegen IS werde lange dauern, so Rhodes weiter. Er müsse zudem gemeinsam mit regionalen und internationalen Partnern geführt werden.

Ex-US-General warnt vor Untätigkeit

Der ehemalige US-General John Allen sprach sich dafür aus, die Dschihadisten umgehend nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien „auszumerzen“. Eine Verschiebung der dafür erforderlichen Luftangriffe hieße, „dass wir es später teuer bezahlen“, befand der Viersternegeneral im Onlinemagazin „Defense One“. Allen, der die US-Truppen im Irak und die NATO-Koalition in Afghanistan führte, arbeitet derzeit für den Thinktank Brookings Institution.

Im Irak setzte die US-Luftwaffe ihre Angriffe gegen Stellungen der Islamisten fort. Kampfjets hätten sechs Ziele in der Nähe des Mossul-Staudamms angegriffen, teilte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) mit. Mehrere Fahrzeuge und Stellungen seien zerstört oder beschädigt worden. Die irakische Nachrichtenseite al-Sumaria News meldete, mindestens 35 Extremisten seien getötet worden. Seit Beginn der Luftschläge am 8. August flogen die Amerikaner nach eigenen Angaben insgesamt 90 Angriffe.

Pentagon will mehr Soldaten schicken

Die IS-Kämpfer sind seit Anfang Juni im Nordirak auf dem Vormarsch. Nach dem Abzug der US-Truppen vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren befinden sich derzeit knapp 850 US-Soldaten und -Militärberater im Irak. Das Pentagon erwägt nun, ihre Zahl auf 1.150 aufzustocken. Am Wochenende hatten kurdische Peschmerga-Milizen den strategisch wichtigen Mossul-Staudamm mit Unterstützung der US-Luftwaffe und irakischer Soldaten von den Dschihadisten zurückerobert.

IS will ein länderübergreifendes „Kalifat“ im Irak und Syrien errichten und hat dabei bereits zahlreiche Gräueltaten gegen Zivilisten verübt. Auch Deutschland und Italien wollen deshalb Kurden im Nordirak sowie die irakische Armee mit Waffen beliefern. Zuvor hatten bereits Großbritannien und Frankreich Rüstungslieferungen für den Kampf gegen IS in Aussicht gestellt. Auch Dänemark erklärte sich zum Transport von Hilfsgütern bereit.

Iran weist Berichte zurück

Das iranische Außenministerium wies unterdessen Medienberichte zurück, wonach Teheran im Gegenzug für eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zur Zusammenarbeit beim Anti-Terror-Kampf im Irak bereit sei. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sei nicht richtig wiedergegeben worden, hieß es. Der Minister forderte erneut, dass die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland im UNO-Sicherheitsrat auf eine Aufhebung sämtlicher Strafmaßnahmen drängen sollten, die in Zusammenhang mit dem Atomstreit gegen den Iran bestehen.

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