Die Sehnsucht nach der Sonne
Der Sommer war zwar warm - im Juni und Juli lagen die Temperaturen sogar über dem Durchschnitt der letzten Jahre -, aber unbeständig. Wer also die letzten Wochen in Österreich verbracht hat, egal ob urlaubend oder arbeitend, musste schon recht spontan sein, was die Planung von Badetagen und Ausflügen anging. Ähnlich flexibel muss man aber auch sein, wenn man sich jetzt doch noch ein paar Tage Erholung in der Sonne gönnen will.
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Denn auch jetzt, am Ende des Sommers, will sich keine stabile und vor allem trockene Phase einstellen. Grund für viele Österreicher, nun doch noch kurzfristig das Weite zu suchen, und sei es nur für ein paar Tage. Es sei ein klarer Trend erkennbar, bestätigten Reiseexperten von Österreichischem Verkehrsbüro, Thomas Cook, Ruefa und Buy&Fly gegenüber ORF.at
Laut Ioannis Afukatudis, Vorstand von Thomas Cook und Neckermann Österreich, haben die Österreicher heuer vorab nur zögerlich gebucht. Er nennt die späten Osterferien und die Fußball-WM als Grund für eine stärkere Zurückhaltung bei den Reiseplanungen im Frühjahr. Jetzt sei dafür eine deutlich stärkere Nachfrage zu spüren.
„Innerhalb von einem oder zwei Tagen weg“
„Wir haben durch dieses miese Wetter natürlich sehr viele kurzfristige Anfragen. Das heißt, die Kunden wollen wirklich innerhalb von einem oder zwei Tagen schon weg“, so auch Peter Hörömpö vom Reisebüro L’Tur in Innsbruck - mehr dazu in tirol.ORF.at. Ähnliches berichtet Karin Prassl von Kuoni Reisen über die Nachfrage in der Steiermark. „Geschätzte 20 bis 30 Prozent kommen mehr Leute, um Last Minute zu buchen. Es sind das Wetter und die Preisersparnis" - mehr dazu in steiermark.ORF.at. Ein erhöhter Zulauf wurde auch vom Klagenfurter Reisebüro Springer bestätigt - mehr dazu kaernten.ORF.at.
Vor allem griechische Inseln, Balearen, Kanaren, Malediven und Mauritius stehen bei den Last-Minute-Reisenden im Sommer hoch im Kurs, bestätigt auch Harald Koglbauer, Regionalleiter für Wien bei Ruefa Reisen. Rund 60 Prozent des gesamten spontanen Buchungsvolumens fallen demnach auf die Inselziele. Das Publikum, das sich für Last-Minute-Reisen interessiert, ist bunt gemischt, so Koglbauer. Auch Familien buchen jetzt, obwohl die letzten Ferientage angezählt sind, noch kurzfristig eine Reise in die Sonne.
Viele Spontanurlauber wollen Rundumverpflegung
Der Trend bei Spontanurlauben geht klar Richtung Pauschalreisen zu Stranddestinationen und Städtetrips in europäische Metropolen. „Neben Pauschalreisen, die 70 Prozent des Last-Minute-Kontingents ausmachen, wird Urlaub a la carte mit 30 Prozent bei den Spätbuchen immer stärker nachgefragt“, wird Martin Bachlechner, Vorstandsdirektor der Verkehrsbüro Group in einer Aussendung zitiert. Die am meisten gebuchte Verpflegungsform ist in diesem Bereich all-inclusive.
Ob man dabei billiger oder teurer urlaubt, als hätte man schon früher gebucht, ist eine Frage der Ansprüche. Ist man auf eine Wunschdestination, ein spezielles Hotel oder ganz bestimmtes Datum fixiert, bezahlt man möglicherweise mehr. Wenn man diesbezüglich offen ist, kann man dafür ganz erstaunlich günstige Angebote finden. Wer wirklich spontan und risikofreudig ist, kann natürlich auch einfach auf gut Glück den Koffer packen und zum Flughafen fahren.

ORF.at/Christan Öser
Mit gepacktem Koffer und ohne Plan zum Flughafen: Manchmal tut sich für sehr Spontane eine wirklich günstige Urlaubsoption auf
Laut Fritz Frühwirt vom Reisebüro Buy&Fly auf dem Flughafen Wien-Schwechat hat man so durchaus die Chance auf ein richtiges Schnäppchen. „Wenn ein Charterflug nicht ausverkauft ist, kann die Reise damit richtig billig werden“, so der Geschäftsführer. Gerade in der Hochsaison lässt sich aber oft schwer prognostizieren, ob sich am selben oder den folgenden Tagen tatsächlich eine Option auftut, die dann auch noch den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen entspricht.
Kurzurlaub in Paris oder London?
Gerade im Herbst zieht es aber auch viele Reiselustige zum Sightseeing oder Einkaufen für ein verlängertes Wochenende in eine europäische Großstadt. Entscheidet man sich spontan dafür, muss man allerdings meistens tiefer in die Tasche greifen. Billigflüge nach Paris, London oder Barcelona kann man zwar mit einigen Wochen Vorlaufzeit nach wie vor leicht finden, wer sich erst wenige Tage vor Abflug entscheidet, bezahlt aber deutlich mehr.
Wer noch Urlaubstage im laufenden Jahr übrig hat, dem könnte der strategische Einsatz hier auch einiges an Geld ersparen: Flüge von Freitagabend bis Sonntagabend sind häufig empfindlich teurer als etwa von Samstag bis Montag oder von Donnerstag bis Samstag. Es lohnt sich also, verschiedene Varianten zu probieren - und damit Geld zu sparen, von dem man sich möglicherweise sogar noch eine Verlängerungsnacht gönnen könnte.
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