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Zeichen stehen auf „booking on the go“

Das Buchen von Flügen via Internet hat sich bereits vor Jahren durchgesetzt und gilt als der große Vorreiter für die gesamte Reisebranche. Der prophezeite schnelle Tod klassischer Reisebüros trat dennoch nicht ein - nichtdestoweniger hat sich die Onlinereisebranche mittlerweile mehr als konsolidiert.

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Ob spontan an die Adria, eine Kulturreise durch ferne Kontinente oder Aktivurlaub mit Wettkampffaktor - im Netz erscheint jeder Urlaubswunsch, und sei er noch so exotisch und exklusiv, nur einen Mausklick entfernt, und dieses Angebot wird immer häufiger auch genutzt.

Kurzum: Es handelt sich um ein lukratives Geschäft, in dem nach Angaben des Markforschungsinstitutes Euromonitor allein im Vorjahr 278 Mrd. Dollar (204,3 Mrd. Euro) umgesetzt wurden. Abseits der reinen Onlineanbieter setzen auch alteingesessene Branchengrößen schon lange auf das Internet und verdienen dort durchaus gutes Geld. Geht es nach dem Wirtschaftsmagazin „Economist“ wird allerdings nicht nur das globale Onlinereisegeschäft, sondern die gesamte Branche mit Expedia und Priceline von zwei Webgiganten immer mehr dominiert.

Nummer eins und drei der Branche

Mit Verweis auf Euromonitor-Zahlen sollen die „zwei Großen“ des Onlinegeschäfts bereits Platz eins (Expedia) und drei (Priceline) unter den weltgrößten Reiseagenturen einnehmen - genannter Umsatz im Vorjahr: 39,4 Mrd. Dollar (28,9 Mrd. Euro) bzw. 39,2 Mrd. Dollar (28,8 Mrd. Euro). Als zweitgrößtes Reiseunternehmen wird Carlson Wagonlit genannt, TUI und American Express folgen schließlich auf den Rängen vier und fünf.

Für den Weg dorthin bedurfte es allerdings eines langem Atems - zählen Expedia und Priceline doch gleichzeitig zu den Pionieren im Onlinereisegeschäft. 1995 von Microsoft gegründet, konnte etwa Expedia die hochgesteckten Erwartungen zunächst nicht erfüllen - ansonsten hätte sich der Softwarekonzern wohl kaum vor 13 Jahren von der Reiseplattform getrennt. Das Geschäft mit Onlinebuchungen sollte sich wenig später jedenfalls doch als die prophezeite Goldgrube erweisen.

Mittlerweile werden laut dem Marktbeobachter PhoCusWright in Europa und den USA 45 bzw. 43 Prozent aller Reisen online gebucht, und dem „Economist“ zufolge gibt es ungeachtet erster Anzeichen einer Marktsättigung noch reichlich Luft nach oben.

Buchungen immer spontaner

Das größte Potenzial wird dabei im Trend Richtung Mobilgeräte geortet. Der „mobile Kanal“ befinde sich „ständig auf dem Vormarsch“, so die Euromonitor-Analysten. Den Prognosen zufolge könnte bis 2017 bereits ein Drittel sämtlicher Onlinebuchungen mit Hilfe von Smartphone bzw. Tablet erfolgen. Die Zeichen stehen damit auch auf dem als „booking on the go“ bezeichneten spontanen Buchen. Vergehen bisher im Schnitt rund drei Wochen bis zur Kaufentscheidung, wird das künftig weit ungestümer erfolgen, zeigt sich etwa Faisal Galaria vom Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal gegenüber dem „Economist“ überzeugt.

Expedia und Priceline dürften sich auch in diesem Segment durchsetzen. Der genannte Grund: „Onlinereisen ist eine Industrie, wo Größe zählt.“ Und Expedia und Priceline haben hier, sowohl was das Angebot als auch was den Preis betrifft, die Nase vorn. Die beiden Unternehmen verfügen zudem über die notwendigen Ressourcen, um ganz nach dem Vorbild von Amazon, Google & Co. gezielt auf personalisierte Webangebote zu setzen.

Abgesehen von der einen oder anderen profitablen Nische dürfte es für kleinere Rivalen laut „Economist“ immer schwerer werden, sich zu behaupten. „Wann immer eine Tür geöffnet wird“, befinden sich laut Galaria dahinter bereits „zwei 800 Pfund schwere Gorillas“, um die Neuen wieder aus dem Raum werfen.

Gute Gründe für Googles Zurückhaltung

Galaria ortet mit Google zwar auch einen Elefanten, der Expedia und Priceline durchaus in die Quere kommen könnte. Dass Google bisher das Potenzial des 2010 gekauften, auf Flugsuche spezialisierten Softwareunternehmen ITA noch nicht ausspielt, dürfte allerdings ausgerechnet im bisherigen Erfolg von Expedia und Priceline begründet sein: Rund fünf Prozent von Googles Werbeeinnahmen stammen dem „Economist“ zufolge von den beiden Onlinereiseanbietern, weswegen sich das Unternehmen wohl bis auf Weiteres davor hüten wird, sich in einem derart großen Teil seines Hauptgeschäftes „zu kannibalisieren“.

Ausweitung des Geschäftsbereiches

Einen Sonderfall stellt indes der noch zu erschließende Markt China dar, der hauptsächlich von ambitionierten chinesischen Onlineagenturen, allen voran Ctrip, abgedeckt wird. Ctrip befindet sich aber nicht nur in China, sondern weltweit auf Expansionskurs. Das Potenzial, ein globaler Player zu werden, wird aber auch TripAdvisor zugetraut - einer populären Reiseplattform, die bis 2011 noch zum Expedia-Portfolio zählte.

TripAdvisor zeigte mit dem Kauf der französischen Restaurantbuchungsplattform La Fourchette auch, wohin die Reise der Onlineplattformen geht. Das Motto lautet Ausweitung des Geschäftsbereichs, und Tischreservierungen scheinen für diesen Weg offenbar prädestiniert. Nach TripAdvisor kündigte jedenfalls auch Priceline zuletzt den Kauf der auf Restaurantbuchungssoftware spezialisierten Firma Opentable an, die Kriegskasse erscheint angesichts des genannten Kaufpreises von 2,6 Mrd. Dollar (1,9 Mrd. Euro) reichlich gefüllt.

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