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Die Verbrechen des Pol Pot

Fast vier Jahre lang, von ihrer Machtergreifung 1975 bis zum Einmarsch vietnamesischer Truppen, haben die Roten Khmer in Kambodscha gewütet. In dieser Zeit starben Hunderttausende Menschen, zumeist gefoltert und ermordet als „Feinde“ des Regimes von Pol Pot.

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Exakt drei Jahre und acht Monate dauerte das Terrorregime. Die Schätzungen der Zahl der Todesopfer, die auf das Konto der Roten Khmer gingen, bewegen sich zwischen 1,7 bis drei Millionen. Kambodscha hatte damals insgesamt sechs bis sieben Millionen Einwohner.

Kommunistische Steinzeitutopie

Diktator Pol Pot, sein richtiger Name war Saloth Sar, wollte eine kommunistische Agrargesellschaft in dem südostasiatischen Land - ohne Besitz, Schulen und höheres Bildungssystem - errichten. Das Regime verfolgte alle vermeintlichen Gegner gnadenlos. Dazu zählten besonders Intellektuelle und Angehörige der früheren Führung des Landes, jedoch auch Vietnamesen, Chinesen, Buddhisten, Christen und Homosexuelle.

Unfassbare Grausamkeiten

Ermordet wurden die „Gegner“ auf viele Arten. Man steckte ihnen giftige Tausendfüßler in die offene Brust, ertränkte sie in Gülle oder enthauptete sie mit sägeartigen Stielen der Zuckerpalmblätter, um Munition zu sparen. Babys wurden vor den Augen ihrer Mütter getötet.

Diejenigen, die nicht ermordet wurden, starben an Erschöpfung, Krankheit und Unterernährung bei der von der Roten Khmer angeordneten Zwangsarbeit auf den Feldern. Menschen, die den radikalen Zielen Pol Pots hinderlich schienen, wurden in „Sicherheitsgefängnisse“ - Folterzentren und Todeslager -verschleppt. Auf den „Killing Fields“ wurden sie getötet.

Menschen aus Städten getrieben, Geld abgeschafft

Die Schreckensherrschaft begann am 17. April 1975, als die kommunistischen Kämpfer in die Hauptstadt Phnom Penh einmarschierten. Der US-hörige Herrscher Lon Nol war zuvor nach Hawaii geflüchtet. Über Radio und Megafone wurden die Bewohner der Stadt dazu aufgefordert, die Stadt zu verlassen und das Nötigste mitzunehmen. Auch aus anderen Städten wurde die Bevölkerung auf das Land getrieben. Das Geld wurde abgeschafft, wertlose Scheine flatterten über die Straßen. Beendet wurde das Regime, das von China, aber auch den USA unterstützt wurde, durch die vietnamesische Armee 1979.

Pol Pot nie zur Verantwortung gezogen

Während Ex-Präsident Khieu Samphan nun zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, wurden andere Hauptverantwortliche wie Pol Pot nie vor ein ordentliches Gericht gestellt. Pol Pot - „Bruder Nummer eins“, wie er von seinen Anhängern genannt wurde - starb als 70-Jähriger 1998 in seinem Rebellenhauptquartier Anlong Veng nahe der Grenze zu Thailand.

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