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Trauerfeier mit Königspaar geplant

Die ersten Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine sind in die Niederlande gebracht worden. Zwei Maschinen mit insgesamt 40 Särgen an Bord landeten Mittwochnachmittag auf dem Flughafen Eindhoven. Bei der Ankunft waren das niederländische Königspaar, Ministerpräsident Mark Rutte und zahlreiche Angehörige anwesend.

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Mit einer Schweigeminute ehrten die über 1.300 versammelten Menschen auf dem Flughafen Eindhoven sowie Menschen im ganzen Land die Opfer. Dann trugen Soldaten den ersten Sarg auf ihren Schultern aus dem Flugzeug. Auf dem Rollfeld standen Dutzende Leichenwagen bereit. Bei der Zeremonie waren neben dem niederländischen König Willem-Alexander und seiner Frau Maxima auch zahlreiche Politiker anwesend.

König Willem-Alexander, Königin Maxima und Premierminister Mark Rutte

APA/EPA/Robin van Lonnkhuijsen

Der niederländische König Willem-Alexander, seine Frau Maxima und Ministerpräsident Mark Rutte bei der Ankunft der Opfer

In einer langen Kolonne fuhren 40 Leichenwagen mit einer Polizeieskorte zur Kaserne bei Hilversum unweit von Amsterdam, wo die Opfer identifiziert werden sollen. Das malaysische Verkehrsflugzeug war vorigen Donnerstag auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur vermutlich von einer Rakete getroffen worden. Alle Insassen wurden getötet. Auf dem Flugfeld in Charkiw in der Ukraine fand vor dem Abflug am Vormittag ebenfalls eine kurze Gedenkzeremonie statt, bevor die aufgebahrten Holzsärge von Soldaten einer Ehrenwache verfrachtet wurden.

Weitere Opfer werden überführt

Unter den Opfern waren 193 Niederländer. Premierminister Rutte rief für Mittwoch den ersten nationalen Tag der Trauer seit 1962 aus. Landesweit waren die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Während der Schweigeminute stoppten Züge und Busse, der Luftraum war für rund 15 Minuten gesperrt. In Geschäften und Supermärkten wurde die Arbeit eingestellt. Anschließend wurden im ganzen Land die Kirchenglocken geläutet. Am Donnerstag sollen weitere Opfer in die Niederlande überführt werden.

Auch in Melbourne wurde der Todesopfer gedacht. Mehr als 1.000 Menschen versammelten sich zu einer Trauerfeier in der australischen Stadt. Unter den Trauernden waren nach Medienberichten Schulkameraden der Geschwister Piers, Marnix und Margaux, die mit ihren Eltern, einer Malaysierin und einem Niederländer, ums Leben kamen. Die Familie lebte in Melbourne.

Verbleib vieler Leichname unbekannt

In der ostukrainischen Stadt waren am Dienstag fünf Kühlwaggons mit 200 Leichensäcken angekommen. Sie waren von prorussischen Separatisten freigegeben worden, die das Gebiet um die Absturzstelle kontrollieren. Über den Verbleib der übrigen Leichen herrschte zuletzt Unklarheit.

Ein Sarg mit einem MH17-Opfer wird zum Flugzeug getragen

Reuters/Gleb Garanich

Die ersten Särge wurden in einer Trauerzeremonie in der Ukraine an Bord gebracht

„Auf der Grundlage einer ersten Inspektion der Waggons in Charkiw können wir nicht sagen, wie viele Leichen wir haben“, sagte Australiens Ministerpräsident Tony Abbott. Es sei gut möglich, dass viele Leichen noch an der Absturzstelle im Freien lägen und dort Hitze und Tieren ausgesetzt seien. Das sagten zuletzt auch die Separatisten. Unter den Absturzopfern waren auch 28 Australier. Die Niederlande übernahmen die Federführung bei der Identifizierung der Toten.

Flugschreiber werden in London analysiert

Die beiden Flugschreiber der abgestürzten Maschine trafen in Großbritannien ein. Die Separatisten hatten den Stimmrekorder aus dem Cockpit und den Flugdatenschreiber Vertretern der malaysischen Behörden übergeben. In Farnborough bei London sollen die Aufzeichnungen von britischen Experten zunächst gespeichert werden.

Das Herunterladen der Daten von einem Flugschreiber dauere 24 Stunden, sagte ein Sprecher des britischen Verkehrsministeriums. Er ließ offen, ob beide Geräte parallel ausgelesen werden können. Die Daten werden dann an internationale Experten zur Auswertung geschickt.

Nach Angaben des niederländischen Sicherheitsrates wurde der Flugschreiber nicht manipuliert. Das habe eine gründliche Untersuchung des Stimmrekorders ergeben, teilte der Rat am Mittwochabend in Den Haag mit. „Der Cockpitrekorder war beschädigt, aber die Speicher waren intakt.“

Abschuss durch Separatisten vermutet

Die Absturzursache ist unklar. Vermutet wird, dass die Maschine von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Die Rakete wurde nach Darstellung der USA aus einem von Rebellen kontrollierten Gebiet abgefeuert. Die prorussischen Separatisten bestreiten aber eine Beteiligung. Nach Einschätzung von US-Geheimdiensten haben Separatisten das Flugzeug versehentlich abgeschossen. In US-Geheimdienstkreisen wurde am Dienstag aber eingeräumt, die USA wüssten nicht, wer genau die Rakete abgefeuert habe.

Ein prorussischer Milizionär bestätigte am Dienstag gegenüber der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ erstmals, dass die malaysische Verkehrsmaschine MH17 von den Separatisten abgeschossen wurde, allerdings irrtümlich. „Wir haben gerade eine Maschine der Faschisten aus Kiew abgeschossen, haben unsere Kommandanten gesagt“, berichtete der Mann. Erst bei der Ankunft am Absturzort habe er gesehen, dass es sich bei dem Flugzeug nicht um eine Militärmaschine handelte.

Der Vizeregierungschef der nicht anerkannten „Volksrepublik“ Donezk, Andrej Purgin, sagte nach Angaben der Agentur Interfax zudem, dass Spuren am Wrack der malaysischen Boeing nach Einschätzung der Separatisten auf einen Abschuss durch das Luftabwehrsystem Buk hindeuten. Dafür würden etwa Schrapnellspuren an den Trümmern sprechen. Er äußerte sich demnach aber nicht dazu, wer das Flugzeug abgeschossen haben könnte.

Weitere Kampfflugzeuge abgeschossen

Im umkämpften Osten der Ukraine sind nach Angaben des Militärs am Mittwoch unterdessen zwei Kampfflugzeuge der ukrainischen Armee abgeschossen worden. Nach Angaben der ukrainischen Regierung sind die Jets nahe der Stadt Sneschnoje östlich der Rebellenhochburg Donezk „nach vorläufigen Informationen“ mit Raketen, die von russischem Territorium abgefeuert wurden, abgeschossen worden. Laut Armee konnten sich die beiden Piloten per Fallschirm retten.

Die prorussischen Rebellen bestätigten ebenfalls den Abschuss von zwei Kampfjets. Die ukrainischen Streitkräfte liefern sich im Osten des Landes seit Monaten Kämpfe mit prorussischen Separatisten. Die Aufständischen haben in den vergangenen Wochen mehrere Militärflugzeuge abgeschossen, auch Kampfjets.

Kiew: Separatisten in Donezk auf Rückzug

In der umkämpften ostukrainischen Industriestadt Donezk sind die prorussischen Separatisten nach Darstellung des ukrainischen Militärs auf dem Rückzug. Die Aufständischen hätten in Scharen Stellungen in den Außenbezirken aufgegeben und sich in das Zentrum der Stadt zurückgezogen, erklärte das Militär. Einwohner berichteten, dass die Separatisten in der Innenstadt Schützengräben vor der Universität ausgehoben hätten.

In deren Studentenwohnungen hätten zuletzt die Rebellen gelebt. Schwere Kämpfe wurden den zweiten Tag in Folge auch aus der Region Lugansk gemeldet, der zweiten noch von den Separatisten kontrollierten Stadt. In der Donezk-Region wurden seit Ausbruch der Kämpfe im Frühjahr nach Angaben von Mitarbeitern im Gesundheitswesen 432 Menschen getötet und 1.015 verletzt.

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