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Steigendes Interesse der Männer

Eine Studie im Auftrag der EU-Kommission zur Gleichstellung von Männern regt eine Art „Vaterschutz“ an. So könnte es - ähnlich dem Mutterschutz - auch Männern verboten werden, direkt nach der Geburt ihres Kindes zu arbeiten. Kritisiert wird auch, dass auf Kinderbetreuung ausgerichtete flexible Arbeitszeitmodelle hauptsächlich in frauendominierten Branchen angeboten werden.

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Die „Studie zur Rolle der Männer in der Geschlechtergleichstellung“ soll einen besseren Kenntnisstand über die Rolle und Positionierung von Männern in Fragen der Gleichstellung bereitstellen. Sämtliche EU-Mitgliedsstaaten wurden dabei anhand bereits vorliegender Daten erstmals verglichen.

Dass die Geschlechtergleichstellung in Österreich noch zu wünschen übrig lässt, zeigt nicht zuletzt der Umstand, dass die Studie vom Dezember 2012 nun auf einem Symposion der Arbeiterkammer (AK) präsentiert wurde. Dessen allgemeine Schlussfolgerung ist immerhin, dass Männer in den meisten Ländern vermehrt an Gleichstellung interessiert sind. Gleichzeitig wurde das Thema im vergangenen Jahrzehnt verstärkt von der Politik aufgegriffen.

„Vielversprechender Schritt“

Für Österreich loben die Autoren etwa den hier geltenden Mutterschutz vor und nach der Geburt des Kindes. Ein „vielversprechender Schritt“ wäre es, wenn diese Möglichkeit zum Teil auch Vätern zustehen würde, heißt es in den Empfehlungen der Experten, das allerdings erst nach der Geburt. Auch die Pläne der Regierung zum Papamonat werden darin begrüßt.

Auch fortschrittlichere Arbeitszeitmodelle in Österreich werden von den Studienautoren eingefordert: So seien Teilzeitangebote in männerdominierten Branchen, also etwa im Bauwesen und in der Produktion, Mangelware. Die Unterstützung solcher Arbeitszeiten müsse sich zudem auf Führungspositionen ausdehnen, wobei die Studie auch die Einführung von Quoten empfiehlt. In der öffentlichen Diskussion darüber würden in Österreich „defensive Reflexe“ vorherrschen, meinen die Autoren des Berichts.

Lob für Haupts Männerabteilung

Nicht zuletzt wird der Politik eine grundsätzliche Neubewertung der Betreuung nahegelegt, wobei auch die Sozialpartner in die Pflicht genommen werden. Allgemein fordern die Experten ein Umdenken. Zu späten Ehren kommt im Bericht übrigens indirekt der ehemalige Sozialminister Herbert Haupt (FPÖ): Als eine von mehreren politischen Maßnahmen zur Gleichstellung wird die Einrichtung der „Männerpolitischen Grundsatzabteilung“ unter seiner Amtszeit erwähnt.

Heinisch-Hosek gegen Stereotype

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sprach sich bei der AK-Tagung erneut gegen Rollenzuschreibungen im Berufsleben aus. „Mädchen und Jungen (sic!) sollen einen Beruf wählen, der ihren Interessen entspricht“, sagte sie am Montag. Zudem betonte sie abermals die Wichtigkeit sprachlicher Förderung im Kindesalter. „Stereotype und Rollenzuschreibungen schränken nur ein“, sagte die Ministerin bei der Tagung zur Gleichstellung der Männer im Berufsleben. Geht es nach Heinisch-Hosek, benötige es ohnehin einen Wandel bei den Rollenbildern im Berufsleben, gerade was die Unterteilung in „Männer-“ und „Frauenberufe“ betrifft.

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