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Strombehandlung statt Bohrer

Geht es nach britischen Wissenschaftlern soll das unangenehme bis schmerzhafte Bohren beim Zahnarzt bald der Vergangenheit angehören: Mit einer neuen Methode wollen die Forscher vom Londoner King’s College die Selbstregeneration von Zähnen auslösen. Kariesbedingte Schäden würden mit einer kurzen Behandlung von selbst wieder verschwinden.

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Bei Karies werden dem Zahn Mineralien entzogen - bis der Zahnschmelz angegriffen wird und der Zahn Schaden nimmt. Die bisherige Behandlungsmethode dürfte bekannt sein: Die angegriffenen Stellen werden ausgebohrt und mit Füllmaterial plombiert.

Mineralienaustausch beschleunigt

Das Dental Institute des King’s College London hat eine völlig andere Variante entwickelt, ganz ohne Bohren und Spritzen: Zunächst wird der Zahnschmelz mit einem „Mineraliencocktail“ vorbehandelt, dann kommt auf der betroffenen Stelle Strom zum Einsatz.

Damit werde der natürliche Mineralienaustausch beschleunigt, heißt es von den Forschern: Kalzium und Phosphate würden damit verstärkt wieder in den Zahn kommen und damit den natürlichen Regenerationsprozess einleiten. Die Behandlungsweise dieser „Remineralisierung“ könnte schon in drei Jahren marktreif sein, meinen die Forscher.

Schmerzfrei, billiger, weißer

Noch dazu sei dieselbe Methode dazu geeignet, Zähne auch wieder weißer zu machen, so Professor Nigel Pitts. Und den Patienten würden nicht nur Schmerzen erspart, auch soll die Behandlung nicht teurer sein als das bisherige Vorgehen.

Mit elektrischem Strom wird bei Zahnärzten schon gearbeitet, etwa wenn Zahnnerven oder -mark untersucht werden. Bei der bei den Briten entwickelten Methode wird allerdings mit viel kleineren Stromstärken gearbeitet. Laut den Forschern wird schon seit Jahrzehnten versucht, so auch Karies zu heilen, jetzt habe man aber den Durchbruch geschafft.

Suche nach Investoren

Damit die Entwicklung in Zahnarztpraxen ankommt, wurde von der Universität extra ein Unternehmen gegründet, das mit der Innovation nun auf Investorensuche geht. Die Tochterfirma Reminova im schottischen Perth soll das Gerät entwickeln und damit für die kommerzielle Umsetzung der Idee sorgen.

Die britische BBC merkt allerdings ein wenig kritisch an, dass Beweise oder geprüfte Studien nicht wie ansonsten üblich in medizinischen Fachblättern publiziert worden sind - aus Gründen der Geheimhaltung, heißt es. Offenbar will man sich den kommerziellen Erfolg nicht streitig machen lassen.

Und Pitts räumt gegenüber der BBC auch ein, dass die Methode freilich vor allem bei Anfangsschäden von Karies erfolgsversprechend ist. Gegen ausgewachsene Löcher und Karies im „Endstadium“ muss dann also doch wieder der Bohrer ans Werk.

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