Umweltschützer als Spekulant
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat bei Währungsspekulationen laut einem Medienbericht Spendeneinnahmen in Höhe von 3,8 Millionen Euro verloren. „Es kann jedoch eindeutig ausgeschlossen werden, dass österreichische Spendengelder von dem Vorfall betroffen sind oder verwendet werden, um dieses Defizit aufzufangen“, hieß es dazu am Sonntag auf der Website von Greenpeace Austria.
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„Wir bedauern diesen Vorfall sehr und möchten uns bei unseren UnterstützerInnen für entstandene Verunsicherungen ausdrücklich entschuldigen“, heißt es bei Greenpeace Austria weiter. Greenpeace in Zentral- und Osteuropa sei „den strengen österreichischen Kriterien der Gemeinnützigkeit verpflichtet“.
Der finanzielle Beitrag, den Greenpeace in Zentral- und Osteuropa der globalen Organisation zur Verfügung stellt, fließe daher ausschließlich in Kampagnenprojekte. Spendengelder aus Österreich, die nicht für die vorgesehenen Kampagnen ausgegeben wurden, würden zurücküberwiesen werden, so Greenpeace Austria.
„Folgenschwerer Fehler“
Zum Vorfall ist auf der Website zu lesen: „Im Jahr 2013 hat sich Greenpeace International entgegen sonstiger Praxis gegen die Wechselkursschwankungen abgesichert, indem es Währungen zu festen Kursen kaufte. Dabei ist ein folgenschwerer Fehler passiert. Die Absicherungen stellten sich als nachteilig heraus und schufen im Jahr 2013 einen Verlust von etwa 3,8 Millionen Euro.“
Einem mittlerweile entlassenen Mitarbeiter der Greenpeace-Zentrale in Amsterdam sei eine „ernsthafte Fehleinschätzung“ unterlaufen, sagte der Sprecher von Greenpeace International, Mike Townsley, dem deutschen Nachrichtenmagazin „Spiegel“, das den Fall an die Öffentlichkeit brachte.
Auf sinkende Kurse gesetzt
Der Angestellte aus der Finanzabteilung hatte bei Termingeschäften auf sinkende Euro-Kurse gesetzt. Derzeit werde noch untersucht, wie genau es zu diesem Millionenverlust kommen konnte, sagte Townsley. Als eine Ursache seien auch Organisationsfehler im internen Kontrollsystem entdeckt worden. Diese seien mittlerweile aber behoben.
Derzeit schließe Greenpeace aus, dass sich der betreffende Finanzexperte persönlich bereichern wollte, hieß es in dem Bericht weiter. „Wir können uns bei unseren Mitgliedern nur entschuldigen und auf ihr Verständnis dafür hoffen, dass auch unsere Organisation und unser Personal nicht frei von Fehlern sind“, so Townsley. Der Verlust sei gravierend, aber nicht existenzbedrohend.
Aktuelle Kampagnen nicht gefährdet
Das Geld war laut „Spiegel“ für jene Länderorganisationen bestimmt, die sich noch im Aufbau befinden. Aktuelle Kampagnen der Ökoaktivisten seien nicht gefährdet, versicherte Townsley. Greenpeace International verzeichnete im Jahresbericht von 2012 Einnahmen von rund 270 Millionen Euro, der Großteil davon waren Spenden der knapp drei Millionen Unterstützer.
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