Geld soll Insider zum Reden bringen
Nachdem sich bei der Suche nach der vor drei Monaten verschwundenen Boeing 777 der Malaysia Airlines zuletzt herausgestellt hat, dass sie im falschen Gebiet angelegt worden war, ist unklarer als je zuvor, wann und ob das Wrack gefunden wird. Angehörige der Opfer wollen Informationen, die doch noch zur Spur von Flug MH370 führen könnten, wenn nötig nun auch per Belohnung kaufen.
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Am Montag startet auf einer US-Crowdfunding-Plattform eine Aktion, über die Familien der Unglücksopfer zumindest fünf Mio. Dollar (knapp 3,7 Mio. Euro) einsammeln wollen, um der Lösung des Rätsels näher zu kommen. Wie das gehen soll, erklärten sie am Wochenende in einer Presseaussendung. Die Kampagne Reward MH370 (Belohnung MH370) solle Informanten („Whistleblower“) „ermutigen, Informationen zu liefern“, hieß es darin. Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord, die meisten davon Chinesen, war am 8. März auf dem Weg von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking in China verschwunden. Es wird angenommen, dass sie irgendwo in den Indischen Ozean gestürzt ist.
„Irgendwo, irgendwer, irgendetwas“
Dass es bei der Suche bisher immer noch nicht den geringsten Erfolg gebe, „schmerzt und frustriert die Angehörigen“, hieß es dazu am Sonntag in der Zeitung „Australian“. Wahrscheinlich ist das auch das zentrale Motiv für die Idee mit dem Fonds. Sie seien „überzeugt, dass irgendwo, irgendwer, irgendetwas weiß, und wir hoffen, diese Belohnung wird ihn oder sie dazu verlocken, sie preiszugeben“, zitierte „Australian“ den Leiter der Kampagne, Ethan Hunt, im Zivilberuf Chef eines IT-Unternehmens.
Sarah Bajc, die Partnerin eines US-Passagiers an Bord von Flug MH370 sagte, hinter der Aktion stehe „eine Handvoll Familien“, die versuchten, das Mysterium „aus einem neuen Blickwinkel“ zu sehen. „Wir nehmen die Sache nun selbst in die Hand“, sagte Bajc gegenüber „USA Today“. Der Spendenaufruf (ab 25 Dollar) ergeht über die US-Website Indiegogo.
Großes Misstrauen gegenüber malaysischer Regierung
Regierungen und Behörden hätten „ihr Bestes getan, aber es nicht geschafft, auch nur ein winziges Stück an Gewissheit“ zu finden, sei es wegen eines falschen Ansatzes oder weil „ein oder mehrere Individuen“ die ganze Sache „bewusst in eine falsche Richtung“ gelenkt hätten, so die US-Amerikanerin.
Damit ist klar: Die Angehörigen misstrauen vor allem der malaysischen Regierung, die sich bereits unmittelbar nach dem Unglück nicht durch eine gelungene Krisenkommunikation auszeichnete. Theorien über das mysteriöse Verschwinden von MH370 wurden aufgestellt und revidiert, Berichte über Handyanrufe aus dem Wrack machten die Runde, „heiße“ Spuren erkalteten immer wieder sehr rasch. Außerdem wird der Regierung in Kuala Lumpur immer wieder eine gewisse „Tradition“ im Vertuschen unerfreulicher Fakten vorgehalten.
Erneut ein Signal und erneut keine Spur
Zuletzt hieß es, Wissenschaftler untersuchten ein Unterwassergeräusch, das Aufzeichnungsgeräte vor der Küste Australiens aufgenommen hätten. Möglicherweise deute das darauf hin, dass die Maschine ins Wasser gestürzt sei. Unterwasserrekorder vor Perth hätten etwa zu dem Zeitpunkt, als die Boeing der Malaysia Airlines vermutlich im Indischen Ozean verschwand, ein schwaches Signal verzeichnet, teilte Alec Duncan von der Curtin University in Perth am Mittwoch mit. Es sei zu erwarten, dass der Absturz eines großen Flugzeuges in den Ozean „intensive Unterwassergeräusche“ erzeuge. Nun würden die Aufzeichnungen ausgewertet.
Das australische Verkehrsministerium veröffentlichte eine Ausschreibung, in der ein Generalunternehmer für die Fortsetzung der Unterwassersuche nach der verschollenen Boeing 777 gesucht wird. Eine entsprechende Spezialfirma müsse vollständig über die notwendige Ausrüstung verfügen, heißt es in dem Papier. „Die intensivierte Suchoperation wird im August beginnen und bis zu zwölf Monate dauern.“
Suchgebiet muss neu eingegrenzt werden
Das für die Suche zuständige Joint Agency Coordination Centre (JACC) im australischen Perth hatte erst am Donnerstag bekanntgegeben, dass die letzte Suche in einem rund 850 Quadratkilometer großen Areal südwestlich von Australien mit einer U-Boot-Drohne erfolglos gewesen sei. Es sei keine Spur zu MH370 gefunden worden. Nun muss ein neues Suchgebiet abgesteckt werden. Das letzte deckte nur einen Bruchteil der rund 60.000 Quadratkilometer großen Meeresregion ab, in der die Boeing verschwunden sein könnte.
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