Neue Vorwürfe: Häftling in Suben misshandelt
Erneut gibt es Vorwürfe im Strafvollzug. Wie die Wiener Stadtzeitung „Falter“ vorab aus ihrer morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, hat ein Justizwachebeamter in der oberösterreichischen Justizanstalt Suben im Mai 2012 einen Häftling misshandelt. Der Vorfall wurde per Video aufgezeichnet, das Verfahren sei „diversionell“ eingestellt worden.
Der Leiter der Vollzugsdirektion, Peter Prechtl, bestätigte der APA heute den Vorfall, der sich im Zuge einer Vorführung beim Amtsarzt der Anstalt zutrug.
Häftling gewürgt und geschlagen
Laut „Falter“ wurde der Häftling nach einer Leibesvisitation mit Wucht gegen eine Betonwand gestoßen und mit Würgegriffen und Schlägen verletzt. Ein Arzt diagnostizierte einen Tag starke, zwei Tage mittelschwere und vier Tage leichte Schmerzen. Vier weitere Beamte hätten zugesehen, ohne einzugreifen.
Die Reaktion der Justiz war laut „Falter“ äußerst milde. So sei der Schläger mit nur 100 Euro Bußgeld sanktioniert worden. Die vier Kollegen seien von der Justiz bis heute nicht belangt worden, obwohl sie zur Anzeige des Vorfalls verpflichtet gewesen wären.