Grubenunglück Anfang Mai
Erst vor wenigen Wochen ist es auch in Kolumbien zu einem tödlichen Grubenunglück gekommen. Nach dem Einsturz eines Stollens in dem Bergwerk im Bundesstaat Cauca bargen Rettungskräfte Anfang Mai die Leichen von zwölf Menschen, wie die Zivilschutzbehörde mitteilte. Viele von ihnen seien mit der Schaufel in der Hand gefunden worden.
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Vier weitere Arbeiter wurden demnach noch unter den Erdmassen vermisst. Der örtliche Feuerwehrchef Victor Claros hatte aber schon eingeräumt, dass für sie keine Hoffnung mehr bestehe: „Es ist unmöglich, dass jemand überlebt hat“, sagte er dem Radiosender Caracol.
Verzweifelte Angehörige
Hunderte verzweifelte Angehörige und Freunde beobachteten aus nächster Nähe die Bergungsarbeiten der von Hundestaffeln unterstützten Retter, die wegen des penetranten Verwesungsgeruchs weiße Schutzmasken trugen. „Ich warte darauf, dass sie meinen Bruder und seine Frau finden, die dort unten begraben sind“, sagte ein Bergarbeiter. Ein anderer Mann beklagte, dass fünf seiner Neffen in dem illegal errichteten Stollen ums Leben gekommen seien.
Schürfen ohne Genehmigung
Das Bergwerk liegt nahe einem Fluss am Rande der Stadt Santander de Quilichao, wo die Kumpel ohne Genehmigung in einer Mine arbeiteten. Mit Handinstrumenten beuteten sie eine Goldader aus, als der Stollen von einer Lawine aus Schlamm und Felsen zum Einsturz gebracht wurde.
Es war das zweite Minenunglück in Kolumbien binnen einer Woche, nachdem zuvor schon im nordwestlichen Bundesstaat Antioquia vier Kumpel durch giftige Gase gestorben waren. Auch dort hatten die Betreiber keine Lizenz zum Schürfen. Von den gut 14.300 Bergwerken in Kolumbien wird mehr als die Hälfte ohne Genehmigung betrieben.