„Klon“ an die Macht gehievt
Yingluck Shinawatra (46) ist auf den Rockschößen ihres großen Bruders Thaksin in Thailand zu politischer Prominenz gekommen. Der gewiefte Milliardär und Machtmensch schob seine politisch völlig unerfahrene Schwester 2011 als Spitzenkandidatin für das Regierungsamt ins Rampenlicht.
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„Mein Klon“, so empfahl der fünf Jahre zuvor gestürzte Ex-Regierungschef sie damals. Der Sieg war ihr sicher, dank Thaksins Popularität bei der Mehrheit der armen Landbevölkerung.
Online bei Kabinettssitzungen dabei
„Thaksins Marionette“, wetterte die Opposition, vor allem nachdem Fotos von Kabinettssitzungen die Runde machten, bei denen Thaksin online zugeschaltet war und offensichtlich die Fäden zog. Er hatte sich zwei Jahre nach seinem Sturz und kurz vor einer Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs ins Exil abgesetzt.
Doch Yingluck Shinawatra entpuppte sich zunächst als Glücksgriff. Frisch und charmant reiste sie durch das Land, vermied alle Fettnäpfchen, zeigte sich offen im Umgang mit dem Volk und devot gegenüber dem mächtigen Königshaus und den wichtigen buddhistischen Religionsführern.
Hassfigur der Opposition
Als Person und Politikerin ist sie persönlich nie angeeckt. Vielmehr ist sie als Handlangerin ihres Bruders zur Hassfigur der Opposition geworden. Versuche ihrer Partei, Thaksin per Amnestie straffrei nach Thailand zurückzubringen, haben den beispiellosen Widerstand der Opposition gegen Shinawatras Regierung entfesselt. „Niemand kann es gut aushalten, wenn er so gehasst wird“, räumte sie vor kurzem ein.
Shinawatra, die erste Frau in diesem Amt, studierte in Thailand und in Kentucky in den USA Politik und Verwaltungswesen. Dann stieg sie in das Familienimperium ein und leitete erst einen Mobilfunkanbieter, dann einen Immobilienfonds. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn.
Christiane Oelrich, dpa
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