„Erstaunliche“ Trendwende
Der rasante Anstieg der Zahl dicker Kinder in Industrieländern scheint gestoppt. Nach dem starken Zuwachs seit den 1980er Jahren zeige sich inzwischen eine Verlangsamung oder sogar ein Rückgang der Zahlen, wie eine am Dienstag vorgestellte Studie von Forschern der deutschen Universität Ulm ergab.
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Das betreffe in erster Linie Kinder mit vergleichsweise geringem Übergewicht. Die Zahl der extrem dicken Kinder steige hingegen weiter, warnten die Forscher. Zuvor waren bereits Studien in den USA zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.
Aufklärung greift
Die Wissenschaftler haben Einzelstudien aus verschiedenen Industrieländern analysiert. „Die Deutlichkeit des Trends für Deutschland und viele vergleichbare Länder wie die Schweiz, Frankreich, die USA oder Australien hat uns selbst erstaunt“, erklärte der Ulmer Wissenschaftler Martin Wabitsch. Einen wichtigen Grund dafür sehen die Forscher darin, dass Aufklärung und bessere Ernährungs- und Bewegungsangebote tatsächlich wirken.
Positive Effekte bei Mädchen stärker
Für Deutschland analysieren die Experten seit Jahren die Daten aus Schuleingangsuntersuchungen mit jährlich mehr als einer halben Million Kinder. In den letzten Jahren zeige sich dabei eine „erstaunliche Trendwende“ bei übergewichtigen Kindern. Die positive Entwicklung sei bei Mädchen und im Vorschulalter ausgeprägter als bei Buben und bei Schulkindern.
Mehr mit extremem Übergewicht
Allerdings können die Forscher noch keine Entwarnung geben. „Die dauernde weitere Gewichtszunahme unserer Kinder scheint gestoppt, aber wir haben bereits ein erschreckendes Niveau erreicht“, erklärte Wabitsch. So sind Kinder heute im Vergleich zu den 1980er Jahren immer noch rund dreimal so häufig übergewichtig und haben heute doppelt so viel Fettmasse. Zudem wächst die Zahl der Kinder mit einem extremen Übergewicht weiter. Die Studie erschien im Fachjournal „BioMed Central Medicine“.
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