„Wir haben keine Warnung erhalten“
Das verheerende Lawinenunglück am Freitag auf dem Mount Everest hat die Opfer offenbar ohne jede Vorwarnung getroffen. 16 Menschen kamen dabei ums Leben. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren die Bedingungen scheinbar ideal.
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Die Gruppe, die den Anstieg für internationale Expeditionen vorbereiten sollte, war bei strahlendem Sonnenschein aufgebrochen, bevor es um 6.45 Uhr Ortszeit auf dem „Popcorn-Eisfeld“ noch unter Camp 1 zu dem tragischen Unfall kam. Zwei der Männer gehörten zur Agentur Himalaya Climbing Guides Nepal, wie deren Verantwortlicher, Bhim Paudel, erklärte. „Als unsere Sherpas das Basislager verlassen haben, hat es nicht geschneit, das Wetter war außergewöhnlich gut.“

APA/Margret Schmitt; ORF.at
Vor dem Lawinenabgang hätten Dutzende Träger anderer Agenturen den gefährlichen Streckenabschnitt unter dem Khumbu-Eisfall ohne Probleme passiert. „Wir dachten, wir folgen ihnen, wir haben keine Warnung erhalten.“ Die nepalesische Gruppe war unterwegs, um den Weg zum Gipfel des Everest zu präparieren.
Permanentem Risiko ausgesetzt
Die Träger hatten Zelte, Seile und Lebensmittel dabei. Beim Khumbu-Eisfall handelt es sich um eine Hunderte Meter hohe Abbruchkante des gleichnamigen Gletschers. Die Stelle gilt als eine der gefährlichsten bei der Besteigung des Everest, weil sich von dem Abbruch immer wieder riesige Eisbrocken lösen.

APA/EPA/Narendra Shrestha
Verletzte Überlebende wurden per Hubschrauber geborgen
Der Unfall unterstreicht die Gefahren, denen die einheimischen Bergführer immer wieder ausgesetzt sind, wenn sie vor Beginn der Bergsteigersaison zur Reparatur von Leitern und zum Befestigen von Seilen auf dem Everest binnen Wochen mehrmals aufsteigen. Die Saison auf dem 8.848 Meter hohen Berg im Himalaya-Massiv beginnt Ende April.
Route durch Lawine verschüttet
13 Leichen wurden unterdessen geborgen, drei Männer galten am Montag noch als vermisst. Die Zeitung „Himalayan Times“ berichtete außerdem, fast 100 lokale Bergführer und Träger seien oberhalb der Unglücksstelle festgesessen, nachdem die Lawine die Auf- bzw. Abstiegsroute verschüttet hatte.
Nach offiziellen nepalesischen Angaben waren bei der Such- bzw. Bergungsaktion zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei und Armee im Einsatz. Hubschrauber brachten die geborgenen Leichen ins Tal, Verletzte wurden in Krankenhäuser der Hauptstadt Kathmandu geflogen. Zwischendurch musste die Suche wegen eines Wetterumschwungs eingestellt werden.
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