Etihads Einstieg bei Alitalia „eingefroren“
Verhandlungen für den Einstieg der arabischen Fluglinie Etihad bei der angeschlagenen Alitalia sind eingefroren worden. Laut Etihad, Großaktionär von Air Berlin, seien „die politischen und technischen Bedingungen“ für den Einstieg bei Alitalia nicht vorhanden, berichtete heute die römische Tageszeitung „Il Messaggero“.
Notwendige Garantien nicht erhalten
Etihad habe nicht die notwendigen Garantien seitens der italienischen Regierung und des Alitalia-Managements für ihren Einstieg erhalten. Vor allem die Frage der von Etihad geforderten Streichung von 3.000 Jobs bei Alitalia sei noch offen. Auch die Strategie zur Senkung der Alitalia-Verschuldung sei unklar, hieß es.
Etihad wollte ursprünglich mit 49 Prozent bei der verlustträchtigen Alitalia einsteigen und dafür zwischen 300 und 500 Mio. Euro ausgeben. Der Rest des Kapitals hätte in den Händen italienischer Banken bleiben sollen, unter anderem der Bank-Austria-Mutter UniCredit und Intesa Sanpaolo. Auch die italienische Post ist an der Alitalia beteiligt. Etihad überlegte eine Kapitalerhöhung im Wert von 300 Mio. Euro.
Zur Förderung der Verhandlungen zwischen Alitalia und Etihad setzte sich zuletzt auch der italienische Premier Matteo Renzi ein. Etihad-Chef James Hogan war vor einer Woche mit Renzi in Rom zusammengetroffen. Der italienische Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte vergangene Woche vor dem Senat in Rom gesagt, Etihad habe die Bücher geprüft, und eine Grundsatzvereinbarung sei in Arbeit.