Ukraine-Krise belastet atomare Abrüstung
Der Ukraine-Konflikt belastet auch die weltweiten Bemühungen um die weitere Abrüstung von Atomwaffen. Bei einem Treffen im japanischen Hiroshima - dem Ort des ersten Abwurfs einer Atombombe 1945 - äußerte sich eine Initiative von zwölf Staaten heute besorgt über die Entwicklung in der Ex-Sowjetrepublik.
Einhaltung des „Budapest-Vertrags“ eingemahnt
In einer „Hiroshima-Erklärung“ forderten die zwölf Staaten - darunter auch Japan und Australien - weitere Anstrengungen für eine Welt frei von allen Nuklearwaffen. Mit Blick auf die Ukraine heißt es, insbesondere der „Budapest-Vertrag“ von 1994 müsse eingehalten werden. Darin hatte sich die damalige Atommacht Ukraine gegen internationale Zusagen - auch von Russland - verpflichtet, künftig auf jeglichen Besitz von Nuklearwaffen zu verzichten. Die Ukraine erfüllte diesen Vertrag dann auch. Mit der Annexion der Krim brach Russland nach Ansicht von vielen Völkerrechtlern seine Garantien von damals jedoch.
Den Atomwaffensperrvertrag von 1970 haben inzwischen mehr als 180 Länder unterzeichnet. Mutmaßliche Atommächte wie Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel sind jedoch nicht dabei. Solche Staaten könnten künftig auf die Erfahrungen der Ukraine verweisen, um sich gegen internationales Regelwerk zu sperren. 2015 findet - wie alle fünf Jahre - eine große Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag statt.
Erinnerung an Opfer des Atombombenabwurfs
In Hiroshima erinnerte die Initiative für Nichtweiterverbreitung und Abrüstung (NPDI) auch an die Opfer des Atombombenabwurfs vor 69 Jahren. Zu Ehren der Toten wurden am zentralen Mahnmal Blumensträuße niedergelegt. Japans Außenminister Fumio Kashida sagte als Gastgeber, die Ereignisse von 1945 müssten Mahnung sein, dass sich so etwas nie wiederholen dürfe.
Über der Millionenstadt hatten die USA am 6. August 1945 die erste Atombombe gezündet. Damals wurden auf einen Schlag mehr als 70.000 Menschen getötet. Insgesamt wird die Zahl der Todesopfer bis heute auf etwa 280.000 geschätzt. Der NPDI gehören auch Staaten wie Polen, die Türkei, Kanada und Nigeria an.