FPÖ-Generalsekretär als Spitzenkandidat
Die ursprünglich geplante Doppelspitze der FPÖ für die EU-Wahl mit dem EU-Abgeordneten Andreas Mölzer und FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky erspart der Partei nach dem Rücktritt Mölzers eine mühsame Suche nach einem neuen Spitzenkandidaten. Mit Vilimsky zieht nun einer der treuesten Wegbegleiter von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in den Wahlkampf.
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Die offizielle Bekanntgabe erfolgte Mittwochnachmittag im Anschluss an die Parteivorstandssitzung. Die von Strache angekündigte Aufteilung - Mölzer als „Libero“, Vilimsky als „Mittelstürmer“ - ist damit hinfällig. Der FPÖ-Generalsekretär bringt seine Partei als alleiniger Spitzenkandidat Richtung EU-Wahl. Dass ihm die EU-Expertise fehle, hatte Strache schon Anfang Jänner zurückgewiesen: Die FPÖ schicke eben im Gegensatz zu anderen die „erste Garnitur“ nach Brüssel.
Vilimsky, geprüfter PR-Berater, startete in den 90er Jahren in der Politik. 1991 wurde er Pressereferent im FPÖ-Parlamentsklub, 1996 wechselte er in dieser Funktion ins Wiener Rathaus. Als Bezirksrat in Wien-Mariahilf sammelte er weitere Erfahrung in der Kommunalpolitik. 2004 wurde er Landesparteisekretär der Wiener FPÖ. Ein Jahr später stieg er in den Landes- und Bundesparteivorstand auf und zog ins Bundesparteipräsidium ein. Seit 2006 ist er Generalsekretär der Freiheitlichen und Nationalratsabgeordneter.
„Mann fürs Grobe“
Vilimsky wird von den Medien gerne als Straches „Mann fürs Grobe“ bezeichnet, wohl auch in Abgrenzung zum zweiten Generalsekretär Herbert Kickl, der als Stratege und Macher im Hintergrund gilt. In Aussendungen bzw. Aussagen gegenüber politischen Gegnern nehmen sich zwar beide kein Blatt vor den Mund. Der akademisch geprüfte PR-Berater ist aber jener Freiheitliche, in dessen Arbeit der Umgang mit den Medien eine zentrale Rolle spielt.
Unangenehm entwickelte sich für ihn eine parlamentarische Anfrage in der Causa Alijew. Nachdem 2009 im Verfassungsschutzbericht vor einer „Instrumentalisierung“ österreichischer Abgeordneter durch ausländische Geheimdienste gewarnt worden war, musste er sich für diese Anfrage regelrecht rechtfertigen und auch im Spitzel-U-Ausschuss zur „Kasachen-Causa“ aussagen. Zwischendurch bekam er sogar „Angst um Leib und Leben“.
Taser im Selbstversuch
Diese musste er 2008 unterdrücken, als er im Selbstversuch die Wirkung einer Taser-Pistole erprobte: Ziel seines schmerzhaften Tests war, für die Einführung der umstrittenen Waffe im Strafvollzug zu werben. „Wenn sich ein Politiker freiwillig dazu entschließt, ist es auch einem Häftling zuzumuten“, so Vilimksy damals, der nach dem Selbstversuch von einer „interessanten Erfahrung, die ich aber nicht täglich brauche“, sprach.
Strache nannte Vilimsky einmal als mögliche Personalreserve für den Posten des Innenministers. Nach der Nationalratswahl 2013 wurde aber nichts aus einer Regierungsbeteiligung der FPÖ. Nun führt also der Weg Vilimskys ins EU-Parlament. Um internationale Vernetzung bemühte er sich schon bisher. 2008 und 2009 war er etwa Gast bei den Kongressen der umstrittenen „Anti-Islamisierungsbewegung“ „Pro Köln“. Er selbst verweist auf seine „intensive Reisetätigkeit“ über Jahre hinweg.
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