Vom Spaßbau zum Wahrzeichen
Anfangs ist er noch als architektonisch langweiliger Spaßbau verspottet worden, weil er wegen seines niedrig gelegenen Standorts direkt am Donauufer trotz der Bauweise als „Fernsehturm“ nie für TV-Sender gedacht war. Dennoch hat es der Donauturm zum Wahrzeichen Wiens geschafft.
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Bis 2010 galt er dabei mit seinen 252 Metern nicht einmal als das höchste Bauwerk Österreichs: Der Fernsehsender Bisamberg hielt seit 1957 mit 265 Metern diesen Rekord. Doch 2010 wurde dieser gesprengt, und der Donauturm kam spät zu seiner Ehre. Sogar der mächtige DC-Tower direkt neben ihm blieb um zwei Meter niedriger. Allerdings liegen dessen oberste Stockwerke wesentlich höher als die Aussichtsplattform des Donauturmes.
Rund 400.000 Besucher jährlich freuten sich trotzdem über die Betonnadel, die „nur“ für die Fernsicht gebaut wurde. Als Fernsehturm brauchte man ihn nicht, dafür hatte man schon seit den späten 50er Jahren den Sender auf dem Kahlenberg.
Alter Turm in neuem Umfeld
Der Turm hat sich, im starken Kontrast zu seiner Umgebung, in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert. Die aufwendige Technik der beiden Drehplattformen blieb genauso nahe am 50 Jahre alten Original wie die Inneneinrichtung von Cafe und Restaurant, weite Bereiche des Gebäudes stehen unter Denkmalschutz.
Während im Inneren des Turms sogar die neue Farbe die gleiche Zusammensetzung wie 1964 hat, wurden vor seiner Nase der Flusslauf der Donau neu verlegt und Wiens größte Wolkenkratzer hochgezogen. Gleichgeblieben ist bis heute die ziemlich beste Aussicht der Stadt, und so ist ein Blick auf die Geschichte des Donauturms nicht zuletzt auch immer der Blick von diesem nach unten.

APA
Mit dem „Z“ der Zentralsparkasse für die Betreibergesellschaft hat sich der Donauturm in das Gedächtnis der Wiener eingebrannt, mittlerweile wurde es durch das Logo der Unicredit Bank Austria ersetzt

AP/Thomas Kienzle; Reuters/Ina Fassbender; ORF.at/Roland Winkler
Die Vorbilder für Wien: Stuttgarter Fernsehturm (216,61 Meter, seit 1956) und der Florianturm Dortmund (208,56 Meter, seit 1959) im Vergleich zum Donauturm (252 Meter, seit 1964)

Wien Museum/Peter Kainz
Eine Postkarte zur Wiener Internationalen Gartenschau (WIG 64) mit dem Donauturm im Eröffnungsjahr (noch ohne den späteren Glasverbau). Links das Überschwemmungsgebiet und die fehlende Donauinsel, rechts der fast leere Bereich der zukünftigen UNO-City.

ORF.at/Roland Winkler
Eine ähnliche Ansicht, aus dem Marshallhof Gemeindebau 2014: Von seinen Bewohnern hat sich das „soziale Grün“ des Donauparks ein deutliches Stück entfernt.

ORF.at/Roland Winkler
Der Blick zurück, vom Donauturm Richtung Süden, zeigt den Unterschied aus einer schöneren Perspektive. Deutlich zu sehen ist hier schon das Wachstum seiner Konkurrenz, des DC-Towers.

ORF.at/Dominique Hammer
Der Blick über die Donau nach Westen waren bis 1964 ohne Fluggerät nicht möglich

picturedesk.com /NB-Bildarchiv /Fotostudio Karoly
Ebenfalls vom Donauturm Richtung Nordwesten, zum Vergleich 1964 ...

ORF.at/Roland Winkler
... und 2014. Die Kleinbahn links unten ...

ORF.at/Roland Winkler
... ist bis heute erhalten geblieben

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Militärschießstätte, Mülldeponie, Bruckhaufen und Bretteldorf: Bis zur Gartenausstellung war das Gebiet für die Stadt eine große Problemzone. Hier der Beginn der Bauarbeiten am Irissee vom Donauturm vor seiner Eröffnung ...

ORF.at/Roland Winkler
... und heute. Ganz rechts in der Mitte das ehemalige Seerestaurant ...

ORF.at/Roland Winkler
... und heutige Korea Kulturhaus. Von hier aus lässt sich der Donauturm am gemütlichsten bewundern, heute mit deutlich mehr gepflegter Wildnis ...

picturedesk.com /NB-Bildarchiv /Otto Simoner; ORF.at/Roland Winkler
... als während der Gartenschau

ORF.at/Roland Winkler
Wer den Turm im Detail betrachten will, begibt sich am besten mit dem Feldstecher auf den neuen benachbarten DC-Tower. Äußerlich der einzige Eingriff seit 1964 ist außer dem Logo die teilweise Verglasung der Aussichtsterrasse.

ORF.at/Roland Winkler
Ob die Aussicht von hier besser ist, muss jeder selbst entscheiden, höher ist sie jedenfalls
Roland Winkler, ORF.at
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