Japan will Urteil befolgen
Das höchste Gericht der Vereinten Nationen hat Japan den Walfang in der Antarktis verboten. Dieser Walfang diene kommerziellen und nicht wissenschaftlichen Zwecken, urteilte der Internationale Gerichtshof (IGH) am Montag in Den Haag. Japan müsse die Jagd auf die Meeressäuger beenden.
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Tokio müsse sämtliche Genehmigungen und Lizenzen zurückziehen, die es im Rahmen eines Abkommens über die Jagd zu wissenschaflichen Zwecken vergeben habe, sagte der Vorsitzende Richter Peter Tomka bei der Verlesung des Urteils. Neue Genehmigungen dürften nicht erteilt werden. Das Urteil des UNO-Gerichts ist bindend, eine Berufung ist nicht möglich.
Japan „zutiefst enttäuscht“
Die Zahl der getöteten Tiere stehe in keinem Verhältnis zu den geringen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die das Forschungsprogramm JARPA II hervorgebracht habe, so Tomka als Begründung für das Urteil weiter. Seit 2005 wurden demnach rund 3.600 Zwergwale getötet.
Japan zeigte sich „zutiefst enttäuscht“ über das Verbot, will sich aber daran halten. „Als Staat, der sich an Recht und Gesetz hält, und als verantwortungsvolles Mitglied der Weltgemeinschaft wird Japan die Entscheidung des Gerichts befolgen“, sagte der japanische Verhandlungsführer Koji Tsuruoka nach dem Urteil in Den Haag.
Japan: Töten zu Forschungszwecken
Australien hatte 2010 vor dem IGH Klage gegen Japan eingereicht. Die Regierung in Canberra wirft Tokio vor, unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung kommerziellen Walfang zu betreiben. Die japanische Regierung hielt stets daran fest, dass die Tiere zu Forschungszwecken getötet würden. Allerdings macht sie keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan verzehrt wird.

Reuters/Issei Kato
Walfleisch auf einem japanischen Fischmarkt
Entsprechende Angebote sind auf japanischen Märkten ohne große Einschränkungen zu finden. Im Internet blühe zudem ein intensiver Handel mit Walfleisch, schreibt die Website Quartz. Die japanische Regierung soll den Walfang auch mit rund sieben Mio. Euro pro Jahr unterstützen. Zuletzt ging die Nachfrage nach Walfleisch laut Quartz in Japan aber zurück.
Regierung pocht auf kulinarische Tradition
Die Regierung rechtfertigt den Verkauf mit der kulinarischen Tradition. Wegen ebendieser „langen Tradition und Kultur“ werde das Land niemals den Walfang einstellen, hatte Fischereiminister Yoshimasa Hayashi vergangenes Jahr bekräftigt. Nach Angaben der australischen Regierung töteten japanische Walfänger seit 1988 mehr als 10.000 der Meeressäuger. Anfang Februar hieß es, Japan wolle in der Antarktis bis Ende März bis zu 935 Zwergwale und 50 Finnwale töten.

APA/AP/Tim Watters/Sea Shepherd Australia
Getötete Wale auf einem japanischen Schiff
Kommerzieller Walfang seit 1986 verboten
Die Internationale Walfangkommission hatte 1986 den kommerziellen Walfang verboten. Ausnahmen gibt es nur für Japan und eben nur für Forschungszwecke. Neben Japan bekennen sich allerdings auch Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Sie betreiben ungeachtet des Moratoriums kommerziellen Walfang und berufen sich dabei auf ihre Traditionen. Norwegen soll laut Angaben des deutschen Tierschutzbundes jährlich 1.286 Zwergwale töten.
Tierschützer begrüßten das Urteil. Der WWF sprach von einer „Sternstunde für den weltweiten Walschutz“. Greenpeace erklärte: „Jeder weitere Versuch der japanischen Regierung, das Walfangmoratorium zu umgehen, wäre unethisch, unzeitgemäß und unwirtschaftlich.“ Laut der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd ist das Verbot des japanischen Walfangs in der Antarktis entscheidend für das Überleben der Wale in der Region. Es könnte die bedrohten Meeressäuger in der Region dauerhaft schützen, erklärte die Organisation.
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