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Von Aeroflot bis Rosneft

Die Krim-Krise droht Russlands Privatisierungspläne durcheinanderzubringen. Die Behörde für Staatsbesitz hält es für möglich, dass für die erste Jahreshälfte geplante große Vorhaben verschoben werden müssen. „Es könnte gut sein, dass wir es erst im dritten und vierten Quartal angehen“, sagte Behördenchefin Olga Dergunowa der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Dienstag.

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Sie erwähnte in diesem Zusammenhang die Fluggesellschaft Aeroflot, die Reederei Sowkomflot und den Ölriesen Rosneft. Auch die Telefongesellschaft Rostelecom steht auf der Liste von Unternehmen, von denen Staatsanteile verkauft werden sollen. Der russische Aktienmarkt und der Rubel hatten sich zuletzt zwar von ihren Kursverlusten nach Ausbruch des Konflikts um die ukrainische Halbinsel erholt. Aber Analysten bleiben skeptisch. „Die mittel- bis längerfristigen Perspektiven für die russischen Aktien bleiben aus unserer Sicht relativ unattraktiv“, urteilten die Experten der Schweizer Großbank Credit Suisse.

Russische Wirtschaft in der Krise

Aus Protest gegen die russische Ukraine-Politik hat der Westen Sanktionen gegen Einzelpersonen verhängt. Die russische Wirtschaft ist bisher nicht von Strafmaßnahmen betroffen, aber die Europäische Union hat damit gedroht. Die Führung in Moskau reagierte darauf bis jetzt betont gelassen. Allerdings hatte am Montag erstmals ein Regierungsvertreter eingeräumt, dass die russische Wirtschaft wieder in der Krise stecke.

Vergangenes Jahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt nur um 1,3 Prozent. Das war die niedrigste Rate seit der Wirtschaftskrise 2009. Unter anderem machen dem Land sinkende Ölpreise und der fallende Rubel zu schaffen. Beides trägt dazu bei, dass etwa die Absätze auf dem Automarkt auch in diesem Jahr deutlich zurückgehen werden. Das Industrieministerium sagte am Dienstag einen Einbruch von 2,8 bis 6,5 Prozent voraus.

Rosneft im Westen hoch verschuldet

Russlands größter Ölkonzern Rosneft spielte einen Pressebericht herunter, wonach er sich auf Sanktionen des Westens wegen der Krim-Krise vorbereitet. Die Wirtschaftszeitung „Kommersant“ hatte berichtet, das Unternehmen wolle seine Auslandsschulden refinanzieren und womöglich Anleihen über umgerechnet gut 42 Milliarden Euro begeben. Das Unternehmen teilte dazu am Dienstag mit, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Rosneft ist nach der Übernahme des russisch-britischen Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP im vergangenen Jahr für 55 Milliarden Dollar hoch verschuldet.

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