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Drei Millionen Griechen in Armutsfalle

Die wirtschaftliche Situation im Krisenland Griechenland ist nach wie vor angespannt. Während die Regierung laut einem Zeitungsbericht mit vereinbarten Reformmaßnahmen im Rückstand ist, ist die Lage für weite Teile der Bevölkerung besorgniserregend. Ein Drittel der Bevölkerung gilt laut der griechischen Statistikbehörde als armutsgefährdet.

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Eine Entspannung der wirtschaftlichen Situation ist so bald nicht in Sicht. Während die Euro-Länder offenbar ein weiteres Hilfspaket vorbereiten, ist das Land mit seinen Reformschritten weiter in Verzug. Laut der Zeitung „Kathimerini“ sind 153 der mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Reformmaßnahmen nicht umgesetzt worden.

Ministerien säumig

Die Zeitung beruft sich auf eine Liste des griechischen Finanzministeriums, die in Teilen veröffentlicht wird. Unter anderem sind beim Finanzministerium selbst 57 einzelne Aktionen noch nicht unter Dach und Fach. Auch die Ministerien für Verwaltungsreform, Wirtschaft, Gesundheit und Arbeit müssten noch liefern. Für mehrere der Maßnahmen seien der Geldgebertroika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF)zwar Vorschläge unterbreitet worden, man warte aber noch auf eine Reaktion.

Die Troikaexperten waren Ende Dezember abgereist, weil kein Fortschritt bei den Gesprächen festzustellen war. Umstritten waren damals unter anderem Privatisierungen und die Reform der öffentlichen Verwaltung. Eine Entscheidung zur Auszahlung von weiteren Hilfsmilliarden kann es erst geben, wenn der Bericht der Troikakontrolleure vorliegt. Allein für den Dezember war eine Hilfszahlung von 2,6 Mrd. Euro vorgesehen.

Armut nimmt dramatisch zu

Im Alltag macht sich das vor allem in der steigenden Armut bemerkbar. Rund drei Millionen Menschen in Griechenland rutschen unter Berücksichtigung der Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen unter die Armutsschwelle. Jeder zweite davon musste etwa bereits 2012 mit knapp über 300 Euro monatlich auskommen. Seither hat sich die Lage noch verschlechtert. Ab ungefähr 470 Euro wird ein Singlehaushalt in Griechenland als von Armut bedroht angesehen.

Große Sorge macht den Statistikern auch der Umstand, dass sich bereits seit Jahren ein deutliches Schrumpfen der Einkommen der Mittelschicht bemerkbar macht. Hatte noch im Jahr 2010 ein Angehöriger der Mittelschicht in Griechenland im Schnitt knapp über 900 Euro zur Verfügung, sank dieses Durchschnittsgehalt der Mittelklasse mittlerweile auf deutlich unter 800 Euro.

Kinder leiden am meisten

Alarmierend ist demnach auch die Situation der Kinder. Nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF, das in Zusammenarbeit mit der Athener Universität im vergangenen Jahr eine Studie mit dem Titel „Die Situation der Kinder in Griechenland 2013“ an die Öffentlichkeit gebracht hat, belief sich die Anzahl der armen oder sozial ausgegrenzten Kinder in Griechenland auf fast 600.000, wobei sich mehr als die Hälfte davon „im Zustand ernsthafter materieller Entbehrung“ befinden sollen.

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