Vorfall während Biden-Besuchs
Wie angespannt die Situation im Südchinesischen Meer ist, hat ein erst jetzt bekanntgewordener Vorfall deutlich gemacht. Vergangene Woche kam es beinahe zu einer Kollision eines chinesischen Kriegsschiffes mit einem US-Lenkwaffenkreuzer, wie die US-Pazifikflotte am Freitag mitteilte.
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Der Zwischenfall sei am 5. Dezember in internationalen Gewässern nahe des neuen chinesischen Flugzeugträgers „Liaoning“ passiert, wie die US-Truppenzeitschrift „Stars and Stripes“ berichtet. An dem Tag war US-Vizepräsident Joe Biden zu Besuch in Peking. Die US-Regierung habe den Vorfall „auf hoher Ebene“ mit der chinesischen Regierung vorgebracht, schrieb das Blatt. In Peking gab es am Samstag zunächst keine offizielle Reaktion.
Beide Schiffe mussten abdrehen
Die „USS Cowpens“ habe sich zu einem Ausweichmanöver gezwungen gesehen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, teilte die US-Pazifikflotte mit. Das chinesische Schiff habe ebenfalls seinen Kurs geändert, nachdem eine Kommunikation von Brücke zu Brücke hergestellt werden konnte, erläuterte ein US-Militärvertreter in einer E-Mail auf Reuters-Anfrage. Weshalb es zu dem Zwischenfall kommen konnte, blieb zunächst unklar.

APA; ORF.at
In der Region haben sich die Spannungen zuletzt verstärkt, nachdem China eine Luftverteidigungszone um eine umstrittene Inselgruppe im Ostchinesischen Meer ausgerufen hatte. Die Erklärung stieß in Japan und Südkorea auf scharfe Kritik. Die USA warfen der Regierung in Peking eine Provokation vor. Zudem ließen Japan, Südkorea und die USA weiterhin unangemeldet Militärflugzeuge durch das Gebiet fliegen, womit sie die Luftverteidigungszone faktisch ignorierten.
Japan verspricht Geld für Verbündete
Aber Japan setzt nicht nur auf Konfrontation, sondern versucht auch mit milliardenschweren Finanzhilfen seine Position im Inselstreit zu stärken. Zwar ging Ministerpräsident Shinzo Abe bei einem Gipfeltreffen mit den zehn Staaten des ASEAN-Bundes am Samstag in Tokio nicht direkt auf die von China ausgerufene Luftverteidigungszone um die von beiden Seiten beanspruchte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer ein. Doch sprachen sich die Staats- und Regierungschefs geschlossen für die Freiheit der See- und Luftwege und die friedliche Lösung von Konflikten auf Basis internationalen Rechts aus.
ASEAN-Staaten zurückhaltend
Zudem begrüßte Japan in der Gipfelerklärung Gespräche der ASEAN-Länder mit China über Verhaltensregeln in der Region. Abe kündigte daneben Finanzhilfen über umgerechnet rund 14 Milliarden Euro für den Staatenbund an.
Allerdings haben die ASEAN-Staaten, zu denen Burma, Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam gehören, wegen Chinas wirtschaftlicher Bedeutung kaum Interesse daran, direkt in einen diplomatischen Konflikt mit der Führung in Peking verwickelt zu werden.
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