Nummernschilder und Reflektoren
Nach dem Tod eines deutschen Touristen im Sommer auf dem Canal Grande in Venedig sind am Montag in der Lagunenstadt neue Verkehrsregeln in Kraft getreten. Die Umsetzung der Pläne für mehr Verkehrssicherheit werde stufenweise vor sich gehen, sagte ein Sprecher des Bürgermeisters Giorgio Orsoni.
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Die neuen Regelungen sehen vor, dass Gondeln künftig Nummernschilder und Reflektoren wie bei Autos oder Fahrrädern haben. Allerdings war keine der Dutzenden hölzernen Barken an der berühmten Piazza San Marco damit versehen, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Gondolieri hatten durch ihren Protest bereits erreicht, von der Pflicht zur Nutzung eines GPS-Geräts ausgenommen zu werden. Sie hatten argumentiert, dafür bestehe keine Notwendigkeit bei der geringen Geschwindigkeit, mit der sie unterwegs seien.
Wellen als Problem für Bausubstanz
Doch der Ärger über den zunehmenden Motorbootverkehr ist auch bei den Gondolieri groß. Die von immer schnelleren Booten verursachten Wellen brächten die Passagiere der Gondeln in Gefahr. Die Gondeln Venedigs machen nur 14 Prozent der Boote aus, die auf dem Canal Grande kreuzen.
Experten warnen seit längerem, die Bedrohung durch den wachsenden Schiffs- und Bootsverkehr sei nicht geringer als die Gefahren durch das häufige Hochwasser. Die jahrhundertealten Palazzi stehen auf oftmals maroden Holzpfeilern, die dem Druck der Wellen einfach nicht länger standhielten. „Der Canal Grande ist zu einer höllischen Fahrbahn geworden, der Wellengang das Problem Nummer eins in Venedig“, warnten lokale Medien.
Bis zu 4.000 Boote täglich
Auf dem malerischen Canal Grande mit seinen Palazzi aus dem 13. bis 18. Jahrhundert verkehren täglich zwischen 3.000 und 4.000 Vaporetti, Wassertaxis, Gondeln und andere Boote. Im August war ein deutscher Familienvater vor den Augen seiner Familie ums Leben gekommen, als seine Gondel mit einem größeren Wassertaxi zusammenstieß. Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Rialto-Brücke, einem weiteren Wahrzeichen der Stadt.
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